Bezirk Scheibbs: Weniger Getestete, aber mehr Positive

15.875 Personen – 38,5 Prozent der Bevölkerung im Bezirk – gingen am Wochenende testen. 0,19 Prozent davon waren positiv.

Erstellt am 19. Januar 2021 | 16:12

Samstagvormittag in der Scheibbser Hauptschule. Celina Bachler geht das erste Mal zum Corona-Schnelltest. „Meine Mama hat gemeint, es könnte nicht schaden. Und ich selbst wollte auch eine zumindest kurzfristige Sicherheit haben“, erzählt die 18-Jährige vor dem Test.

Unmittelbar danach ist sie überrascht, wie schnell und unkompliziert das Ganze geht. „Natürlich war es etwas unangenehm, aber es ist auf alle Fälle auszuhalten. Also ich werde mich auch künftig wieder testen lassen“, sagt Bachler.

„Auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist, so hilft das Testen entscheidend, mögliche asymptomatische Viren-Spreader aus der Infektionskette herauszufiltern.“ Franz Aigner, Bürgermeister von Scheibbs

Sie ist eine von 1.368 Personen, die sich in der Bezirkshauptstadt testen hat lassen. Bei drei Personen brachte der Test in Scheibbs ein positives Ergebnis. Um zwei mehr als bei der Dezember-Testung, obwohl insgesamt in Scheibbs um 75 Personen weniger testen gingen.

„Wir sind dennoch halbwegs zufrieden, da die Anmeldungen dieses Mal deutlich geringer waren. Es ist halt schade, dass sich nicht mehr Menschen testen lassen. Denn auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist, so hilft das Testen entscheidend, mögliche asymptomatische Viren-Spreader aus der Infektionskette herauszufiltern“, erklärt der Scheibbser Bürgermeister und VP-Gemeindebund-Bezirksobmann Franz Aigner.

In Scheibbs soll es übrigens so wie in Wieselburg, Gresten-Land und Lunz ab nächster Woche eine fixe Testmöglichkeit geben. Wie die Rahmenbedingungen genau geregelt werden, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Die Bezirkshauptstadt liegt mit ihrem Ergebnis im Trend des Bezirks. Denn insgesamt ließen sich am Samstag und Sonntag 15.875 Personen testen, um 665 weniger als am 12. und 13. Dezember. Allerdings gab es mit 30 positiven Testergebnissen um acht positive Tests mehr als vor Weihnachten.

19 Personen davon wurden der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs zugewiesen. Die restlichen Fälle betreffen Personen von außerhalb des Bezirks, die sich in einer Bezirksgemeinde testen haben lassen. Von den 19 positiven wurden 13 Fälle auch beim PCR-Test bestätigt, vier PCR-Tests ergaben ein negatives Ergebnis. Bei zwei Fällen fehlte zu Redaktionsschluss am Montagabend noch das PCR-Testergebnis.

Die meisten positiven Fälle (fünf) gab es in den beiden Grestner Gemeinden. In Purg stall gab es die meisten ungültigen Ergebnisse. Woran das lag, konnte VP-Bürgermeister Harald Riemer nicht erklären, aber „von den 18 ungültig getesteten Personen, kamen 15 nochmals testen und freuten sich dann alle über ein negatives Ergebnis.“

Coronazahlen im Bezirk wieder stark steigend

Insgesamt ist die Entwicklung der Coronasituation im Bezirk nicht zufriedenstellend. Am Montagnachmittag wies der Bezirk Scheibbs mit 256 Fällen wieder die zweithöchste Siebentageinzidenz in ganz Niederösterreich auf. Höher war sie nur im Bezirk Zwettl (295,3 Fälle). Absolut gesehen sind das 106 Neuinfizierte in den vergangenen sieben Tagen.

Im Bezirk Scheibbs registrierte man am Montag 142 aktuell bestätigte Coronafälle – das sind um 36 Fälle mehr als am Montag der Vorwoche. „Ein viel zu hoher Wert“, sagt Bezirkshauptmann Johann Seper und blickt auf die Gesamt-Inzidenz der Fälle pro 100.000 Einwohner seit Beginn der Pandemie.

„Da liegen wir im Bezirk mit 5.486 Fällen weit vor Städten wie Wien oder St. Pölten“, weiß Seper. Insgesamt hält man im Bezirk bei 2.272 bestätigten Fällen, von den 26 mit dem Tod geendet haben. Auch die aufrechten Absonderungsbescheide sind wieder gestiegen: von 228 (11. Jänner) auf 340 (18. Jänner).

Im Scheibbser Landesklinikum bleibt die Zahl der Coronapatienten relativ konstant. Am Montag zählte man neun Covid-19-Patienten, einer davon musste auf der Intensivstation behandelt werden. Vom Ärztlichen Direktor Erwin Schwaighofer kommt ein weiterer Appell: „Bitte tragen Sie FFP2-Masken, erweitern Sie den Abstand und reduzieren Sie konsequent die sozialen Kontakte. Es wäre besonders schade, wenn in der Zielgeraden zur Impfung noch Infektionen mit tödlichem Ausgang passieren würden.“

Übrigens nahm in den vergangenen Tagen auch aufgrund der Verletzungen nach Freizeitunfällen und vor allem durch die eisige Witterungssituation (Sturzgefahr) der Andrang in den Ambulanzen deutlich zu.