Erlauftal erstmals wieder rückläufig bei Neuinfektionen. Der Bezirk Scheibbs weist immer noch extrem hohe Inzidenz-Werte auf. Mit 852,4 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt man in Niederösterreich weiterhin an der Spitze aller Bezirke und bundesweit an sechsten Platz. Dennoch gibt es einen kleinen Lichtstreif am Horizont. Erstmals waren die Zahlen der Neuinfizierten am Sonntag und Montag deutlich geringer als an den Tagen davor. "Ob das eine echte Trendwende ist, kann man aber aktuell noch nicht sagen", warnt Bezirkshauptmann Johann Seper am Montagabend.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. November 2020 (17:45)
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353 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen bedeuten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner eine Inzidenz von 852,4 Fällen (Stand Montagabend). Damit ist der Scheibbser Bezirk nach wie vor trauriger Spitzenreiter in Niederösterreich in der Sieben-Tags-Inzidenz und Nummer sechs der Österreich-Liste (siehe unten).

Dennoch gab es am Montagabend ein leichtes Aufatmen bei Bezirkshauptmann Johann Seper: „Sonntag und Montag waren die ersten beide Tage seit langem, wo die Neuinfektionen wieder einmal rückläufig waren. Zählten wir von Donnerstag bis Samstag täglich um die 70 Neuinfektionen, so waren es am Sonntag und Montag jeweils nur mehr rund 30“, schildert Seper.

1.365 Covid-19-Fälle im Bezirk seit März

Dennoch war die Zahl der Coronafälle im Bezirk am Montagabend höher als in der Vorwoche. Am 23. November gab es im Bezirk 585 aktuelle Coronafälle, um 71 Fälle mehr als eine Woche davor. Insgesamt seit März zählt man im Bezirk 1.365 Covid-19 positiv getestete Personen. 

Praktisch unverändert ist die Anzahl der gültigen Quarantäne-Bescheide. „1.560 Personen haben einen gültigen Absonderungs-Bescheid“, weiß Seper. Am 16. November waren es 1.522 Quarantäne-Bescheide.

Bevölkerung ist sehr diszipliniert

Positiv ist hier allerdings, dass sich die Leute an die Quarantäne halten. „Hier kommt es praktisch nie zu Beanstandungen“, weiß Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger. Die Polizei erhält regelmäßig Kontrollaufträge der Gesundheitsbehörde. Zu Missverständnissen wäre es zuletzt aber vereinzelt gekommen, weil Leute, die krank waren und einen Quarantäne-Bescheid erhalten hatten, glaubten. nach zehn Tagen automatisch gesund zu sein. „Da muss zuerst eine telefonische Gesundungsmeldung erfolgen und dann kommt ein neuer Bescheid der Behörde“, klärt Johann Seper auf.
Die entsprechende Telefonnummer, wo die Meldung bei Symptomfreiheit zu machen sei, stünde im jeweiligen Quarantäne-Bescheid.

Allgemein stellt Thomas Heinreichsberger der Bevölkerung im Bezirk ein gutes Zeugnis aus. „Die Bevölkerung ist zwar nicht immer verständnisvoll gegenüber den Maßnahmen, hält sich aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ohne nennenswerte Zwischenfälle an diese“, schildert Heinreichsberger. „Insgesamt gab es seit der letzten Verschärfung der Maßnahmen fünf polizeiliche Anzeigen, wobei jedoch drei Anzeigen gegen eine einzelne (uneinsichtige) Person erstattet wurden“, erklärt Heinreichsberger. 

"Kein Kavaliersdelikt"

Das bestätigt auch Johann Seper, auch wenn gerade diese Einzelfälle gefährliche Auswirkungen haben können: „Wenn wer trotz Erkrankung mit dem Auto durch die Gegend fährt, dann wird das der Staatsanwaltschaft übergeben. Das ist kein Kavaliersdelikt.“

Nach wie vor auf Top-Niveau ist das Contact Tracing im Bezirk. Hier sei man praktisch tagesaktuell unterwegs. "Unser Team schafft es dank unglaublicher Anstrengung, hier die angegebenen Kontakte schnellstmöglich zu informieren. Positiv wirkt sich hier natürlich aus, dass doch die sozialen Kontakte in den letzten Tagen deutlich weniger geworden sind und sich vor allem im Familienkreis bewegen", weiß Seper.