Nur 22 Positive bei Tests im Bezirk Scheibbs. Nur 0,13 Prozent der Teilnehmer im Bezirk wurden positiv auf Coronavirus getestet. Erhoffter Andrang kam nicht.

Von Anna Faltner. Erstellt am 16. Dezember 2020 (05:13)

Die intensiven Vorbereitungen der vergangenen zwei Wochen wurden am Wochenende beim Massentest in Niederösterreich und natürlich auch im Bezirk Scheibbs auf die Probe gestellt. 16.540 Personen nahmen das Angebot der freiwilligen Testung an. Zur Info: Im Bezirk Scheibbs leben aktuell knapp 41.500 Menschen. Davon wurden lediglich 22 Personen positiv auf Covid-19 getestet, also 0,13 Prozent der Getesteten.

In der Bezirkshauptstadt kamen 1.443 von 4.588 eingeladenen Scheibbsern (inklusive Zweitwohnsitzer, exklusive den Bewohnern des Pflegeheims) zur Testung, ein Ergebnis war positiv. Laut Bauamtsleiter Dietmar Nestelberger war diese Person beim PCR-Test aber auch schon wieder negativ. Auch die drei ungültigen Testergebnisse fielen nach einem wiederholten Durchlauf negativ aus. An den drei Teststraßen in der Sportmittelschule wurden am Wochenende von den 53 Helfern über 400 Arbeitsstunden geleistet. „Der Ablauf hat ohne Probleme funktioniert“, sagt Nestelberger. Das kann auch VP-Stadtchef Franz Aigner bestätigen: „Das System hat standgehalten und wir hatten auch nur drei ungültige Tests. Da hatten wir fast mehr erwartet. Aber bei der Beteiligung müssen wir uns alle selber bei der Nase nehmen. Von denen, die gekommen sind, hat niemand gesagt, dass er nie wieder kommen würde.“

„Wir wollten, dass sich die Leute gut aufgehoben fühlen.“ Bürgermeister Sepp Leitner, Wieselburg

Einerseits zufrieden, andererseits enttäuscht ist Purgstalls Bürgermeister Harald Riemer am Morgen nach den Corona-Massentests in seiner Gemeinde. Sehr zufrieden war er mit dem Ablauf, denn der habe, so der ÖVP-Ortschef, hervorragend geklappt, die Versorgung mit dem Testmaterial durch die Freiwillige Feuerwehr ebenso. „Niemand musste länger als fünf Minuten warten. Dafür, dass wir so etwas das erste Mal durchgezogen haben, können wir stolz sein, wie reibungslos es funktioniert hat. Stolz bin ich auch auf den Einsatzwillen der Freiwilligen.“ Etwas enttäuscht hat den Bürgermeister die geringe Beteiligungsrate. Gerade einmal 1.543 der 5.700 Eingeladenen der einwohnerstärksten Gemeinde im Bezirk ließen sich zum Test bewegen. „Ich hätte mir mehr erhofft. Genau genommen hätten wir statt der vorgeschriebenen drei Teststraßen nur zwei gebraucht“, sagt Bürgermeister Riemer. Die Gemeinde habe alles getan, um zum Test einzuladen: „Jeden einzelnen Bürger persönlich anschreiben, in der Gemeindezeitung, online und in den sozialen Medien werben, mehr kann man nicht tun.“

Mehrere Gemeinden testeten gemeinsam

So wie in Steinakirchen und Wolfpassing, Gresten-Markt und Gresten-Land wurde der Massentest auch in den beiden Wieselburger Gemeinden (Stadt und Land) gemeinsam organisiert und abgewickelt. Die Tests wurden allesamt an den vier Teststraßen in der Messehalle durchgeführt. Von den 8.524 eingeladenen Wieselburgern unterzogen sich 2.011 einem Corona-Schnelltest. Nur einer davon zeigte ein positives Ergebnis an. „Uns war es besonders wichtig, dass sich die Leute gut aufgehoben fühlen, das ist uns auch gelungen“, sagt SP-Bürgermeister Josef Leitner.

Stolz ist er auf das Fachpersonal, das die Wieselburger Gemeinden stellen konnten. „90 verschiedene Menschen haben mitgeholfen. Das ist enorm. Doktor Andreas Fritsch hat zahlreiches Fachpersonal organisiert. So haben bei uns nur Ärzte die Abstriche vorgenommen“, berichtet der Stadtchef. Neben 14 (!) Ärzten, sechs Rot Kreuz-Sanitätern und vier Soldaten vom Bundesheer war auch die Freiwillige Feuerwehr mit 19 Kameraden bei der Zuteilung zu den Teststraßen im Einsatz, die Mitarbeiter und Freiwilligen der Gemeinden halfen zumeist bei der Anmeldestation. „Es hat alles super funktioniert, auch mit der EDV hatten wir keine Probleme. Wir wären sogar für mehr Leute gerüstet gewesen“, resümiert Stadtamtsdirektor Franz Willatschek.

In Puchenstuben, der kleinsten Gemeinde im Bezirk, kamen von über 400 Eingeladenen nur 80 Bürger zum Test. Eine irreführende Zahl, wie Bürgermeister Helmut Emsenhuber erklärt: „Wir haben viele Zweitwohnsitzer und diese auch eingeladen. Eigentlich bin ich mit der Teilnehmerquote nicht unzufrieden.“ Die Tests seien mithilfe der Ärzte Norbert Frühmann und Judith Zakovsky sowie des Samariterbunds Frankenfels reibungslos abgelaufen. „Und niemand ist ohnmächtig geworden“, scherzt Emsenhuber.

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