Ärzte-Direktor Schwaighofer: „Schwache schützen“. Erwin Schwaighofer, ärztlicher Direktor im Landesklinikum Scheibbs, über Leben mit Corona.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. Oktober 2020 (02:42)
Erwin Schwaighofer ist ärztlicher Direktor im Landesklinikum Scheibbs.
LK

NÖN: Was halten Sie von den Begriffen Durchseuchung und Herdenimmunität?

Erwin Schwaighofer: Das ist nicht unser Ansatz. Wir haben durch den schnellen Lockdown im März und die strengen Schutzmaßnahmen so viel erreicht, dass wir das nicht einfach aufs Spiel setzen dürfen, indem wir Sicherheitsregeln hintanstellen.

Wird die Gefährlichkeit von Corona übertrieben dargestellt? Sind die Schutzmaßnahmen zu streng?

Schwaighofer: Ich verstehe, dass es vielen Menschen langsam zu viel wird. Aber wir dürfen jetzt die Dinge nicht einfach laufen lassen, dafür haben wir zu viel investiert, nicht zuletzt eine hohe Budgetschuld. Wir brauchen die Schutzmaßnahmen, um die Schwachen zu schützen. Das dürfen wir nicht vergessen. Und: Wen stört eine Maske?

Warum streiten sogar Virologen?

Schwaighofer: Weil wir noch immer über diese Krankheit so wenig wissen, dass auch die Experten nicht alle Fragen beantworten können.

Werden wir bald wieder so dastehen wie im März?

Schwaighofer: Das kann man nicht vergleichen. Die Zahlen der Coronapatienten in den Spitälern, besonders die auf Intensivstationen, sind immer noch sehr niedrig. Wir sind bestens ausgestattet, und das mobile Testlabor der Covid Fighters ist uns eine immense Hilfe. -kk-