Bezirk Scheibbs gut vorbereitet auf Massentests. Gemeinden und Helfer sind bereit. Laut NÖN.at-Umfrage will sich knappe Mehrheit nicht testen lassen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 10. Dezember 2020 (06:17)
Am Sonntag holten die FF-Kameraden aus St. Georgen (Manfred Prankl und Anton Steinhammer, links) sowie Purgstall (Franz und Romana Ditzer, rechts) das Material für alle Massentests im Bezirk direkt von der Landeszentrale in Tulln und entluden es beim FF-Haus Purgstall. Die Gemeinden – im Bild Bürgermeisterin Renate Rakwetz (Gaming) und Bürgermeister Harald Riemer (Purgstall) – übernahmen das Material für ihre Teststraßen. Organisiert wurde die Verteilung von KHD-Kommandanten Richard Essletzbichler (Mitte). Auch Bezirkskommandant Franz Spendlhofer war bei der Verteilung vor Ort.
FF Purgstall

31 Teststraßen sind in den 18 Gemeinden des Scheibbser Bezirks für die Massentests der Bevölkerung am kommenden Samstag und Sonntag aufgebaut. In der kleinsten Gemeinde des Bezirks, in Puchenstuben, wird nur am Samstag getestet – so wie auch in den Gaminger Ortsteilen Kienberg und Lackenhof. In der Vorwoche gab es in Videokonferenzen einen regen Informationsaustausch zwischen den Gemeinden, den beteiligten Organisationen Rotes Kreuz und Feuerwehr sowie der Bezirksbehörde, die eigentlich nur in der Zuschauerrolle ist. „Wir werden erst aktiv, wenn ein positiver Test anschlägt oder wenn es Abstimmungsbedarf gibt“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper.

Die Kooperation der beteiligten Organisationen im Bezirk wird von allen Seiten bereits im Vorfeld gelobt. Bereits am Samstag holte die Feuerwehr das Testmaterial für alle Gemeinden des Bezirks aus der Landeszentrale in Tulln. Am Sonntag und Montag wurde dieses an die Gemeinden verteilt. „Die Feuerwehr konzentriert sich auf die Logistik. Hier haben wir bewährte Strukturen des Katastrophenhilfsdienstes“, weiß Bezirkskommandant Franz Spendlhofer.

Das Rote Kreuz ist bestens auf die Massentests vorbereitet, von links: Franz Aspalter (Bezirkskommandant), Lukas Janker (Stabsstelle Personal) und Mathias Daurer (Hygienebeauftragter). Beim Roten Kreuz rechnet man mit bis zu 20.000 Tests an beiden Tagen im Bezirk.
Lukas Hürner/RKNÖ

Die Feuerwehrhäuser selbst werden für die Massentestungen nicht herangezogen, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren nicht zu gefährden. Pro Teststandort ist ein Feuerwehrmitglied fix im Einsatz. „Diese Person soll in erster Linie die Kommunikation zwischen den einzelnen Standorten und dem Landesführungsstab sicherstellen. Bei Bedarf können hier Nachforderungen von Materialien – Testkits, Schutzausrüstung oder ähnliches – oder sonstige Unterstützung angefordert werden.“ In einigen Gemeinden helfen die Feuerwehrmitglieder gemeinsam mit freiwilligen Helfern auch beim Organisationsablauf der Testungen.

Eine wichtige Rolle spielt am Wochenende das Rote Kreuz. Insgesamt 65 RK-Mitarbeiter sind an den beiden Tagen im Einsatz – großteils freiwillige Kräfte, allesamt ausgebildete Notfall- oder Rettungssanitäter. „Unsere Leute sind für die eigentliche Probenabnahme, die Testungen und Auswertungen zuständig. Dazu gab es im Vorfeld zwei verpflichtende Schulungen. So ist jede Teststraße zumindest mit einem RK-Sanitäter besetzt“, erläutert Bezirkskommandant Franz Aspalter, der mit bis zu 20.000 Testungen an diesem Wochenende rechnet. Ob es tatsächlich so viele werden, bleibt abzuwarten. Bei einer NÖN.at-Bezirksumfrage sagten 52,7 Prozent der User, dass sie sich nicht testen lassen würden.

Insgesamt waren die Tester des Roten Kreuzes Scheibbs bisher seit April an etwa 200 Tagen im Bezirk und den Nachbarbezirken unterwegs. In gut 2.000 Stunden wurden dabei rund 4.000 Testungen durchgeführt.