Frust und Ärger an den Schulen im Bezirk Scheibbs

Erstellt am 26. Januar 2022 | 04:29
Lesezeit: 3 Min
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Die Schulen sind am Limit: Zwei Meter Abstand, Maske, auch bei dreistündigen Schularbeiten. Auch bei den Tests herrscht Chaos, viele Ergebnisse gehen unter oder werden viel zu spät geliefert.
Foto: Valerie Dallhammer
Chaos bei PCR-Tests macht Durchführung des Konzepts „Sichere Schule“ unmöglich.
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Rekordwerte bei den Betreuungsstellen der Schulpsychologen, unzählige verschwundene PCR-Tests und erschöpfte Gesichter mit Maske, die sich nach Sauerstoff und Normalität sehnen – das sind einige Eindrücke der derzeitigen Situation in den Schulen des Bezirks.

„Das PCR-Testsystem ist heillos überlastet“, berichtet Andreas Schmid, Direktor des BORG Scheibbs. „Beim ersten Mal haben wir 12 von 300 Tests zurückbekommen, beim zweiten Mal gar keine, beim dritten Mal 190. Der administrative Aufwand ist enorm, denn ich muss mir jeden Schüler heraussuchen und feststellen, ob ein Testergebnis vorliegt, und welche Schüler nochmals getestet werden müssen.“ Vom versprochenen System „Sichere Schule“ sei aufgrund dieses Chaos keine Spur. Man führe derzeit täglich Antigen-Tests durch, sagt Schmid: „Wirklich sicher fühlen wir uns dadurch aber nicht.“ Der derzeitige Matura-Jahrgang sei der, den es am schlimmsten treffe: „Sie machen schon das dritte Schuljahr mit Corona durch. Man redet davon, dass geprüft werden muss, aber mir ist es wichtiger, dass es meinen Schülern gut geht. Und wenn ich ihre müden Augen hinter der Maske nach einer dreistündigen Schularbeit sehe, weiß ich Bescheid.“

Testbetrieb nimmt den Schulen viel Zeit weg

„Wir versuchen, den Kindern den Alltag so normal wie möglich zu gestalten“, sagt Gunda Mayer, Direktorin der NMS Purgstall. Der administrative Aufwand hinter den Testungen – ein PCR- und zwei Antigen-Tests pro Schüler und Woche – sei riesig, aber gerade noch schaffbar. Was den Schulbetrieb derzeit teilweise lähmt, sind die vielen Corona-bedingten Fehlstunden bei Kindern und Lehrern. „Das heißt für uns verbliebenen Lehrer viel vertreten und supplieren, um für die Kollegen einzuspringen. Zumindest ist im Moment noch keine Klasse geschlossen“, sagt die NMS-Direktorin. Sie habe das Glück, seit einem Jahr für administrative Tätigkeiten eine Assistentin zu haben, doch: „Jetzt ist auch sie krank, und ich muss neben dem Supplieren mich auch noch um die Durchführung und Auswertung der Tests kümmern: Das Nehmen der Proben nimmt auch im Unterricht viel Zeit weg“, weiß Mayer.

Das Unvorstellbare ist Teil des Alltags geworden

„Was wir uns vor einem Jahr noch nicht vorstellen konnten – jeden zweiten Tag Testungen, Masken tragen im Unterricht – ist zum Alltag geworden“, sagt Gunda Mayer nachdenklich. „Im Moment hat es uns so erwischt wie noch nie zuvor.“ Sie habe das Gefühl, einen Kampf an mehreren Fronten zu führen: „Den Unterricht aufrecht erhalten, Tests und Corona-Regeln einhalten, schauen, dass es den Kindern gut geht, das sind unsere Aufgaben, die wir unter einen Hut bringen müssen.“ Noch will sie den Mut nicht aufgeben: „Vielleicht entschärft sich die Lage nach den Semesterferien.“

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