Hausarzt Andreas Fritsch: „Wir wissen wenig“. Andreas Fritsch, Allgemeinmediziner in Wieselburg spricht von einer „Testwelle“.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. Oktober 2020 (04:48)
Andreas Fritsch ist Allgemeinmediziner und Schularzt in Wieselburg.
privat

NÖN: Was halten Sie von den Begriffen Durchseuchung und Herdenimmunität?

Andreas Fritsch: Es ist zu hoffen, dass das Virus schwächer wird, wie wir es bei MERS und SARS hatten. Aber für eine Herdenimmunität braucht es 80 Prozent Erkrankte, wir halten derzeit bei unter zehn Prozent.

Wird die Gefährlichkeit von Corona übertrieben dargestellt? Sind die Schutzmaßnahmen zu streng?

Fritsch: Es lässt sich nicht genau sagen, welche Maßnahme was bringt. Aber als Arzt befürworte ich das Tragen von Masken, Vermeiden von Körperkontakt und Abstand halten. Das ist zumutbar und effektiv. Die Maske schützt auch andere, das sollte zum guten Benehmen gehören.

Warum geraten Virologen beim Thema Corona oft in Streit?

Fritsch: Es wird so viel behauptet und fantasiert, es ist sagenhaft, wie viele angebliche Experten es da gibt. Tatsache ist, wir wissen über Covid-19 viel zu wenig, vor allem über Langzeitfolgen.

Werden wir bald wieder so dastehen wie im März?

Fritsch: Wir haben derzeit keine Coronawelle, sondern eine Test-Welle. Man weiß, dass zwei Prozent aller Tests falsch positiv ausfallen. Unsinnig ist, dass wir Hausärzte von der Behörde nicht erfahren, wer positiv ist, nicht einmal bei den Tests, die wir selber durchführen. -kk-