Höchster Wert seit Pandemiebeginn im Bezirk Scheibbs

Scheibbser Bezirk ist vom Terminus her kein „Hochrisikogebiet“ mehr, trotz der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von 986,4.

Erstellt am 09. November 2021 | 09:00
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Bezirkshauptmann Johann Seper: „2G wird strikt kontrolliert werden.“
Foto: Eplinger

Es klingt grotesk, aber es ist Fakt: Der Bezirk Scheibbs hatte am Montag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 986,4 den höchsten Wert seit Pandemiebeginn. Am 20. November 2020 war dieser Wert mit 959,9 annähernd so hoch. Und dennoch: Seit Montag ist der Bezirk Scheibbs offiziell vom Terminus her kein Hochrisikogebiet mehr. Bezirkshauptmann Johann Seper hat als Gesundheitsbehörde die seit 23. Oktober geltende Hochrisiko-Verordnung mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt. „Das ist Wortklauberei, denn natürlich sind wir angesichts dieser hohen Zahlen weiterhin ein Hochrisikogebiet. Allerdings ist der Ministererlass und damit auch die Verordnung aufgrund der neuen Regelungen der Bundesregierung hinfällig“, erklärt Seper.

„Das ist Wortklauberei, denn natürlich sind wir angesichts dieser hohen Zahlen weiterhin ein Hochrisikogebiet"

Am Montag zählte der Bezirk 535 aktuelle Corona-Fälle. Dazu kommen 1.039 Absonderungsbescheide und 380 Verkehrsbeschränkungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz von 986,4 (der NÖ-Wert liegt bei 643,9) bedeuten 410 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, sprich das sind an die 60 neuen Corona-Fälle pro Tag.

„Die Zahlen gehen im Mostviertel durch die Decke. Das bedingt einen enormen Aufwand beim Contact Tracing, aber auch bei den PCR-Teststationen“, weiß Johann Seper. Aktuell gibt es im Bezirk keine Gemeinde mehr, die Corona-frei ist. Im Gegenteil. Die Hälfte der 18 Gemeinden weisen eine Inzidenz von über 1.000 auf.

Vier Corona-Todesfälle seit 1. November

Auch die Belegung mit Corona-Patienten im Landesklinikum Scheibbs steigt. Am Montag betreute das LK Scheibbs insgesamt 16 Covid-Patienten, davon eine Person auf der Intensivstation. Seit Anfang November verzeichnete das Klinikum Scheibbs auch vier Corona-Todesfälle. Alle vier waren nicht geimpft.

Strikte 2G-Kontrollen durch Polizei angekündigt

„Die Impfung und die strikte Einhaltung der 2G-Regeln ist unsere einzige Chance, dass wir der Pandemie ohne einem neuerlichen Lockdown Herr werden“, ist Seper überzeugt. Damit die 2G-Regeln bei Veranstaltungen, in Gastronomiebetrieben und Freizeiteinrichtungen eingehalten werden, wird es strikte Kontrollen der Polizei geben, kündigt Seper an. „Und dabei gibt es keinen Pardon. Die Beamten sind von uns als Gesundheitsbehörde angehalten, strikt zu strafen. Auch bei den Kontrollen der 3G-Regeln am Arbeitsplatz. Es gibt in dieser Situation keinen Spielraum mehr“, sagt Seper. Die Strafen sind saftig. 500 Euro für Kunden und bis zu 3.600 Euro für Veranstalter/Betreiber/Firmen.

Die Impfquote ist im Bezirk nach wie vor mit 58,40 Prozent die niedrigste im Bundesland. Gezielte Impfbusaktionen in den Gemeinden des Bezirks sollen dem entgegenwirken. Zudem ist auch geplant, das Impfzentrum in der Wieselburger Messe wieder in Betrieb zu nehmen. Alle Infos/Termine: www.notrufnoe.com/impfung