Keine Gefahr für Gesunde. Ruhig bleiben, Hände waschen: Vorsicht, aber keine Panik ist angesagt.

Von Julia Zacher. Erstellt am 04. März 2020 (05:39)
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Im Dezember erkrankten die erstenMenschen in China am neuen Coronavirus.Inzwischen gibt es auch schon Fälle inÖsterreich.
Shutterstock/Jarun Ontakrai

Hände waschen – das ist derzeit der heißeste Tipp im Gesundheitsbereich, es ist nämlich eine wirksame Schutzmaßnahme vor der Ansteckung mit Coronavirus. Seit in Europa die ersten Fälle auftraten, ist das Coronavirus, genauer: COVID-19, als Thema allgegenwärtig, viele Menschen sind besorgt. Dabei gibt es dafür keinen Grund:

„Alle Gesundheitseinrichtungen sind bestens vorbereitet“, sagt Wolfgang Frühwirt, Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuz Waidhofen. „Wenn jemand 144 anruft, wird im Verdachtsfall der Führungsstab informiert und es werden Maßnahmen zum Schutz des Patienten und der Sanitäter ergriffen. Der Patient wird dann in ein spezielles Krankenhaus gebracht, wo der Verdacht abgeklärt wird.“

Wichtig sei dabei, dass man bei Verdacht – entsprechende Symptome und ein erst kurz zurückliegender Aufenthalt in einem Risikogebiet – den Arzt oder die Hotline 1450 telefonisch kontaktiere, um andere nicht anzustecken. Wichtig sei neben dem häufigen Händewaschen besonders: „Wer sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben, und nicht in die Arbeit oder in die Schule gehen. Aber das gilt sowieso immer, nicht nur beim Coronavirus. Die beste Quarantänestation ist daheim“, betont Frühwirt.

Seriös über die Fakten zu informieren, ist das Wichtigste. Dann muss sich niemand fürchten. 
Werner Krammer, Bürgermeister von Waidhofen

Er ortet derzeit eine oft übertriebene Hysterie und weist auf die niedrige Durchimpfungsrate bei der Grippe hin. „Das, wo man eine Möglichkeit hätte, sich zu schützen, ignoriert man. Das, was eigentlich ungefährlicher ist als die Grippe, macht plötzlich Angst.“

Auch der Waidhofner Bürgermeister Werner Krammer sieht keinen Grund zur Sorge. „Die Behörden haben ein gutes System mit genauen Vorgaben, in das wir eingebettet sind, zusätzliche Maßnahmen gibt es derzeit nicht. Auch auf Veranstaltungen gibt es derzeit keine Auswirkungen.“ Die Stadt sei aktuell bemüht, Desinfektionsmittelspender in öffentlichen Gebäuden aufzustellen. Die derzeitige Information durch die Medien sieht Krammer als gut. „Seriös über die Fakten zu informieren, ist das Wichtigste“, betont Krammer. „Dann muss sich niemand fürchten.“

Gerald Käferbeck, Zivilschutzbeauftragter des Magistrats und Bezirksleiter des Zivilschutzverbands, berichtet, dass es am Magistrat immer wieder Anrufe mit Anfragen gebe. Dafür liegen Folder auf, auf der Stadthomepage finden sich Infos, und an die Stadtbediensteten habe man Infoblätter verteilt. Vonseiten des Zivilschutzverbands gibt es auch einfache Tipps zur Bevorratung - es sei allerdings unabhängig vom Coronavirus ohnehin sinnvoll, Vorräte für ein bis zwei Wochen zu Hause zu haben, etwa im Hinblick auf Blackouts.

„Ruhe bewahren, Hände waschen, auf keinen Fall in Panik geraten“, fasst Käferbeck den idealen Umgang mit dem Coronavirus zusammen.

Tipps für die Vorsorge seien derzeit gut über die Medien zu bekommen, erklärt auch Gabriele Höllmüller, praktische Ärztin in Hollenstein. Sie empfiehlt grundsätzlich, engen Kontakt oder große Menschenansammlungen eher zu meiden, das Wichtigste sei aber die Handhygiene – „sich ordentlich die Hände zu waschen und dabei auch Kindern ein gutes Vorbild zu sein“, sagt sie. „In der Ordination klären wir darüber auf und bitten die Patienten, die Hände zu desinfizieren.“ Auch Höllmüller betont: Wer den Verdacht hat, sich angesteckt zu haben, solle zu Hause bleiben und den Arzt anrufen, statt die Praxis aufzusuchen. Für gesunde Menschen stelle das Virus keine Gefahr dar, ein Problem könne es für ältere Menschen werden.

Panik sei in der Region jedenfalls definitiv noch keine ausgebrochen, meint sie: „Und das ist auch nicht angebracht.“

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