Lokalaugenschein im Bezirk Scheibbs: Jeder Stich zählt

Der Scheibbser Bezirk ist mit einer Impfquote von 57,94 Prozent weiterhin Schlusslicht in Niederösterreich. Ein Lokalaugenschein.

Erstellt am 02. November 2021 | 14:36
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Der Impfbus in Purgstall: Der Andrang ist enorm, die Schlange lang. Insgesamt 236 Personen nutzten die Gelegenheit zur Impfung ohne Anmeldung.
Foto: Karin Katona

Donnerstagnachmittag. Der NÖ Impfbus macht Station in Purgstall. Der Andrang ist enorm, die Schlange lang. 236 Personen lassen sich in den drei Stunden ohne Anmeldung impfen. Bekehrte Impfgegner findet man hier nicht. Die meisten kommen um den zweiten oder dritten Stich. Pfarrer Franz Kronister ist einer von ihnen: „Nachdem ich schon sehr früh beide Teilimpfungen bekommen habe, hole ich mir jetzt die empfohlene Auffrischung“. Eine 16-Jährige aus Reinsberg, die namentlich nicht genannt werden will, ist eine der wenigen, die sich die erste Teilimpfung holen. Sie habe sich zur Impfung entschlossen, „weil das problemloser ist beim Treffen mit Freunden. Auch bei uns in der Landjugend sind die meisten schon geimpft.“

Der Zustrom zu den NÖ Impfbussen hat seit den hohen Inzidenzwerten im Bezirk zugenommen. Und auch die Anforderungen der Gemeinden. Trotzdem ist es ein mühsamer Prozess, bis die Impfquote steigt. Mit 1. November waren 57,94 Prozent der Bezirksbevölkerung über zwölf Jahren „vollimmunisiert“ – sprich haben bereits zwei Impfungen erhalten. Das sind 24.085 Personen. Um lediglich 0,16 Prozent mehr als vor einer Woche. Damit ist der Bezirk weiterhin absolutes Schlusslicht in Niederösterreich, wo die Impfquote im Schnitt bei 66,71 Prozent liegt.

25.025 Personen im Bezirk (60,20 Prozent) haben zumindest schon einen Stich erhalten. 60 Prozent ist auch jener Wert, auf den alle Bemühungen abzielen. Denn dann würde eine Inzidenz unter 500 genügen, damit die Hochrisikogebietsverordnung wieder aufgehoben wird. Aktuell braucht es einen Wert unter 400.