Scheibbser Bezirksinzidenz erstmals über 400. Dienstag, 14 Uhr, war es soweit: Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz des Scheibbser Bezirks lag erstmals seit November wieder über der 400er-Grenze - genau bei 408,1 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das ist um 40,9 Fälle höher als noch am Montag dieser Woche. Bleibt die Bezirksinzidenz sieben Tage lang hindurch über 400, dann muss Bezirkshauptmann Johann Seper verschärfte Maßnahmen für den Bezirk oder einzelne Gemeinden erlassen. Unter anderem drohen dann Ausfahrtskontrollen im Bezirk oder einzelnen Gemeinden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. März 2021 (14:27)
Symbolbild
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Befürchtet hatte es Bezirkshautmann Johann Seper bereits seit Mittwoch der Vorwoche. Da waren in einzelnen Gemeinden des Bezirks die ersten Inzidenzen über 400 aufgetaucht. Die britische Virusmutation verbreitet sich auch im Scheibbser Bezirk rasant.

47 Neuinfektionen von Montag auf Dienstag

Seit Dienstag ist es endgültig Gewissheit. Auch die Bezirksinzidenz - und nur dieser Wert ist entscheidend - liegt über 400. Alleine von Montag auf Dienstag sind insgesamt 47 aktive Corona-Fälle im Scheibbser Bezirk hinzugekommen. Damit hält der Bezirk aktuell bei insgesamt rund 250 Infizierten. In der Sieben-Tage-Inzidenz sind das absolut gesehen 169 Fälle.

Bleibt die Bezirksinzidenz sieben Tage durchgehend über der 400er-Grenze, so muss Bezirkshauptmann Johann Seper laut Erlass des Gesundheitsministers entsprechende verschärfte Maßnahmen für den Bezirk oder einzelne Gemeinden anordnen. Dazu zählen auch Ausfahrtskontrollen der Polizei an den Bezirks- oder Gemeindegrenzen. Bilder, die man aus Wiener Neustadt kennt.

„Die Polizei würde dann an mehreren Ausfahrtsstellen Stichprobenkontrollen machen. Eine Weiterfahrt wäre nur mit einem negativen Antigen- oder PCR-Test oder einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung möglich. Sonst muss man umkehren oder mit einer Strafanzeige rechnen“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper gegenüber der NÖN.

Bezug genommen wird dabei immer auf die Gesamt-Bezirks-Inzidenz. Daran ändert auch nicht, dass einzelne Gemeinden schon seit der Vorwoche die 400er-Inzidenz überschritten haben.

Die aktuellen Testangebote der Gemeinden des Scheibbser Bezirks.
Gemeindebund Scheibbs

„Entscheidend ist immer der Bezirkswert. Natürlich ist es für uns von großer Bedeutung, bei einzelnen Gemeinden mit hohen Inzidenzzahlen so rasch als möglich Gegenmaßnahmen einzuleiten. Insgesamt sind wir in einer ganz kritischen Phase“, weiß Seper. Besonders drastisch auf die Bezirksinzidenz wirken sich deutliche Anstiege in einwohnerstarken Gemeinden aus.

Montagabend sechs Gemeinden über 400

Mit Montagabend waren sechs Gemeinden über der 400er-Marke: Purgstall, Oberndorf, Gresten, Gresten-Land, St. Georgen/Leys und Wieselburg. Weitere zwei Gemeinden (Wolfpassing und St. Anton) erreichten die Vorwarnstufe (über 300er-Inzidenz). In Göstling, das in der Vorwoche ebenfalls eine Inzidenz über 400 aufwies, sank der Wert am Montag knapp unter die 300er-Marke. 

Diese Daten sind aber Momentaufnahmen. Bei Gemeinden - besonders bei einwohnerschwächeren Gemeinden - kann sich die Inzidenz relativ schnell ändern. "Umso wichtiger ist es jetzt, die Maßnahmen - wie das Tragen einer Maske, Abstand halten und soziale Kontakte zu minimieren - einzuhalten und testen zu gehen, um Infektionsketten ehestmöglich zu unterbrechen", betont Bezirkshauptmann Johann Seper und bittet die gesamte Bevölkerung mitzuhelfen, um verschärfte Maßnahmen abzuwenden.