„Da fragt man sich, wozu das alles?“. Diebstahl / Die Bausaison läuft gerade an, da schlagen die ersten Baustellen-Diebe bereits wieder zu. Unternehmer sind verärgert.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, Foto: Patricia Grünauer
Die ÖBB-Baustelle zwischen Prinzersdorf und Loosdorf ist ein wahres Eldorado für Kriminelle. Jüngster Coup: Ein Kettenbagger wurde aufgebrochen. Als der dreiste Einbruch bemerkt wurde, waren die Täter schon längst über alle Berge.
Von Christian Eplinger

ST. GEORGEN/LEYS / Unternehmer Josef Schneck ist verzweifelt. Anstatt sich zu freuen, dass die Baustellensaison wieder anläuft, muss sich der Geschäftsführer des Transport- und Erdbau-Unternehmens Schneck aus St. Georgen/Leys schon wieder mit dem ersten Baustellen-Diebstahl der Saison abärgern.

„Wir haben am Freitag einen Kettenbagger zur Eisenbahn-Baustelle zwischen Prinzersdorf und Loosdorf gebracht. Doch als unser Arbeiter Montagfrüh hinkam, war alles aufgebrochen – der Dieseltank, die Hydraulik, die Führerkabine. Einfach alles. Und die 250 Liter Diesel haben die Diebe auch noch abgezapft. So kann es nicht weitergehen. Da verliert man als Unternehmer, die Lust an der Arbeit“, lässt Josef Schneck seinem Ärger im NÖN-Telefonat freien Lauf.

"Polizei zuckt nur mit den Achseln"

37 Maschinen hat Josef Schneck in seinem Fuhrpark, über den Winter wurden alle wieder serviciert und für den Baustellenbetrieb in Schuss gebracht. „Wozu frage ich mich, wenn die Diebe ohnehin sofort wieder alles ruinieren. Und die Polizei, die zuckt nur mit den Achseln. Ist machtlos, sagen sie. Und wir bleiben auf ein paar tausend Euro Schaden sitzen“, erklärt Schneck.

Denn eine Versicherung für Baustellendiebstahl gäbe es keine. Die Maschinen sind nur dann versichert, wenn sie im eigenen, verschlossenen Betriebsgelände abgesperrt verwahrt stehen. „Wir müssten eigentlich jeden Tag wieder hin und retour fahren“, schüttelt Schneck den Kopf.

NOEN, Foto: Patricia Grünauer
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Der Unternehmer appelliert daher vor allem auch an die Bevölkerung. „Es geht nur, wenn alle auch im Umfeld von Baustellen die Augen und Ohren offen halten, und sobald am Abend, in der Nacht oder am Wochenende etwas Verdächtiges bemerkt wird, die Polizei einschalten. Das ist die einzige Chance, dass wir auf lange Sicht vielleicht etwas ausrichten können“, glaubt Schneck. Und er weiß, wovon er spricht. Im Vorjahr gab es in der Baustellen-Hochsaison fast keine Woche, wo nicht eine seiner Maschinen aufgebrochen oder abgezapft wurde. „Das zermürbt“, sagt der Unternehmer, der bei Vollbetrieb um die 40 Mitarbeiter beschäftigt.