„Essen auf Rädern“ rollt in Gaming aus

Erstellt am 28. April 2022 | 09:45
Lesezeit: 3 Min
Essen auf Rädern
Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)
Mit Ende April wird die Essenlieferung für Senioren aus Mangel an Freiwilligen eingestellt. Die Opposition übt Kritik.
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Mit Ende April sieht sich Bürgermeisterin Renate Rakwetz gezwungen, „Essen auf Rädern“ in ihrer Gemeinde einzustellen. „Es ist bedauerlich, aber wir können das vonseiten der Gemeinde nicht stemmen“, meint sie. Es fehle an Freiwilligen, die für die Auslieferung täglich ein bis zwei Stunden Zeit aufwenden. Bis zu 18 Essen pro Tag wurden zuletzt geliefert, „unter der Woche von unseren Gemeindemitarbeitern oder von mir selbst“, meint Rakwetz. Für die Wochenenden war es jedoch zuletzt unmöglich, genügend Engagierte zu finden.

Die Gaminger Opposition übt Kritik an der Vorgehensweise, ÖVP-Obmann Peter Bruckner: „Die Entscheidung, Essen auf Rädern einzustellen, wurde von der Frau Bürgermeister alleine getroffen. Der Gemeinderat war nicht eingebunden. Wir finden die Vorgehensweise unserer älteren Bevölkerung gegenüber nicht in Ordnung“, betont er. Wenn ein Wille zur Weiterführung gewesen wäre, dann hätte diese auch gefunden werden können.

Kritik, die die Bürgermeisterin so nicht hinnehmen möchte. „Ich habe mit der Oppositionsparteien bereits vor einiger Zeit darüber Gespräche geführt. Doch von Peter Bruckner kamen diesbezüglich keine Lösungsvorschläge.“ Zudem habe sie bereits alle betroffenen Senioren persönlich informiert. Diese können sich mit der Alternative, einer TK-Variante von der Firma Gourmets gut anfreunden. Hilfe und Unterstützung bei der Essensbestellung erhalten die Senioren bei der Gemeinde und ab 1. Juni von Pflegeexperten (Community Nursing) Werner Oberegger, der ab 1. Juni sein Büro in der ehemaligen Trafik eröffnen wird.

Bedingtes Verständnis für das „Aus“ zeigt Karl Muckenhuber. Der FPÖ-Gemeinderat hat selbst vier Jahre lang Essen ausgefahren und kennt die Problematik. „Natürlich ist es schwierig, Freiwillige zu finden, aber in Gaming herrscht ein reges Vereinsleben und wie sozial die Gaminger sein können, zeigte sich zuletzt auch bei der Ukraine-Hilfe. Woran es liegt, dass hier keine Freiwilligen zu finden sind, und es nicht weitergeht, kann ich mir selbst nicht erklären.“

Fehlende Mitarbeiter sind auch das Problem in der Kartause Gaming. Bislang wurden hier gemeinsam mit dem Grubbergwirt und Erlauftalerhof die Essen für die Gaminger Senioren gekocht. Alle drei Monate hat einer der drei Betriebe für einen Monat die Zubereitung übernommen.

Kartause Gaming springt als „Koch“ ab

„Aufgrund von Personalmangel können wir das aber weiterhin leider nicht mehr leisten“, sagt Kartausen-Geschäftsführerin Birgit Riegler. Denn heuer werden alle Hochzeiten und Veranstaltungen, die in den vergangenen zwei Jahren verschobenwerden mussten, nachgeholt. Der Terminkalender ist voll und es fehle an Servicekräften und Hilfskräften in der Küche. „Wir müssen hier einfach Prioritäten setzen, damit wir das alles schaffen können und zudem unser hauseigenes Personal nicht völlig überfordern und dennoch unseren Gästen die bewährte Qualität bieten können“, erklärt Riegler.

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