Scheibbser Sport- und Freizeitareal: „Geht um Gesamtkonzept“

Erstellt am 11. Mai 2022 | 04:23
Lesezeit: 4 Min
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Um dieses Areal vom Allwetterbad über die Beachvolleyball- und Skaterplatzanlage bis hin zur Tennisanlage und dem Fußball-Trainingsplatz dreht sich die Diskussion. Sollen diese mittel- und langfristig verlegt und neu errichtet werden oder entschließt man sich für eine Generalsanierung? „In diesen Meinungsbildungsprozess sollen sich möglichst viele Scheibbserinnen und Scheibbser einbringen“, erklärt Bürgermeister Franz Aigner.
Foto: Christian Eplinger
Seit die Idee, das Scheibbser Sport- und Freizeitareal zu verlegen, publik geworden ist, gehen die Wogen in Diskussionsforen und am Wirtshaustisch hoch.
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Um 2,16 Millionen Euro haben Gerhard Buchinger und Gerhard Aigner im Vorjahr den Lehenhof samt dem 25,4 Hektar großen Areal von der Stadt Wien gekauft. Schon damals hieß es, man wolle etwas Nachhaltiges für die Region schaffen und bei der Gesamtkonzeptionierung die Gemeinde und die Bevölkerung miteinbinden.

Dass dabei die Gemeinde eine wesentliche Rolle spielen wird, war von Beginn an klar. Denn die Grundstücke rund um den Lehenhof eignen sich nicht zur Bebauung. Daher hat man von Beginn an auf das Nachbar-Areal „geschielt“ und Pläne geschmiedet. Denn die Fläche, wo sich jetzt das Allwetterbad samt Beachvolleyballplatz und Skateranlage, die Tennisanlage und der Fußball-Trainingsplatz befinden, wäre als Bauland bestens geeignet.

Es kommt nichts weg, bevor nicht etwas Neues entstanden ist.“ Franz aigner Bürgermeister, ÖVP

„Es gilt einfach jetzt, über mittel- und langfristige Entwicklungsalternativen nachzudenken. Und an diesen Nachdenkprozess sollte man ohne Vorurteile herangehen. Unsere Anlagen – vom Bad bis zu den weiteren Freizeitanlagen – sind allesamt um die 50 Jahre alt. Es stehen in allen Bereichen größere Sanierungsmaßnahmen an. Daher sollten wir uns als Gemeinderat, aber auch die Scheibbser Bevölkerung und die Scheibbser Vereine Gedanken machen, wie die Zukunft ausschauen könnte“, erklärt Bürgermeister Franz Aigner (ÖVP) im NÖN-Gespräch.

Dabei gehe es weder um die Schließung des Allwetterbades oder einer anderen Freizeiteinrichtung, sondern um eine eventuelle Verlegung Richtung Lehenhof-Areal, wo genug Freifläche vorhanden wäre. Diese ist bis zur Auffahrt zum Schloss übrigens auch schon als „Freizeitareal“ gewidmet.

„Dass ein Bad immer ein Luxusartikel für eine Gemeinde bleiben wird, ist genauso klar, wie dass nichts wegkommen wird, bevor nicht etwas Neues entstanden ist“, betont Aigner.

Prozess völlig offen

Es gäbe auch keinerlei Vorvereinbarungen mit den Lehenhof-Käufern oder irgendwelchen Wohnbauträgern, wie in den Scheibbser Diskussionsforen schon gemunkelt wird. „Der Prozess ist völlig offen. Daher hoffe ich, dass sich viele Scheibbserinnen und Scheibbser im Zuge des Stadtentwicklungsprozesses auch zu diesem Thema Gedanken machen und ihre Ideen für ein Gesamtkonzept für das Areal im Mitmischerbüro kundtun“, sagt der Stadtchef.

Vonseiten der Bürgerliste BUGS gibt es bereits erste negative Stellungnahmen zu dieser Idee. „Wir sprechen uns offen gegen Grundstückstauschvarianten aus, da solche in der Regel zum Schaden des Allgemeinwohls und zu Intransparenz in der Abhandlung von politischen Prozessen führen. Wir sprechen uns auch offen dagegen aus, eine bestehende, durchaus funktionierende Bestandsstruktur wie das Allwetterbad abzureißen und durch einen Wohnbau und ein Naturbad zu ersetzen“, legt sich BUGS-Listenführer Stadtrat Joseph Hofmarcher fest.

Völlig offen geht die SPÖ in die Diskussion hinein. „Reden und nachdenken kann man über alles. Nur bedarf das einer genauen Planung und Kalkulation. Denn für eine Verlegung der Freizeitanlage oder gar des Allwetterbades ist immens viel Budget notwendig. Daher kann ich mir aus jetziger Sicht maximal Teillösungen vorstellen“, sagt SPÖ-Fraktionschef Stadtrat Hans Huber gegenüber der NÖN. Für das Allwetterbad sieht er aktuell zwei mögliche Ansätze. Eine Sanierung samt Attraktivierung etwa durch einen Wasserpark, wie im vorjährigen Ideenwettbewerb angedacht. Oder eine gemeinsame neue Lösung mit Purgstall. Auch deren Bad sei ja in die Jahre gekommen. „Bei solchen Projekten darf man heutzutage nicht vor Gemeindegrenzen halt machen. Hier muss man regional denken“, sagt Huber.

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