Nachhilfestunde: Dollfuß-Museum in Texingtal wird adaptiert

Dollfuß-Museum wird adaptiert. „Braucht saubere und richtige Darstellung“, sagt Alexander Hauer.

Erstellt am 07. Dezember 2021 | 14:29
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Protest vor Dollfuß-Museum
Die Sozialistische Jugend protestierte am Montag vor dem Dollfuß-Museum. Der Grund: die Angelobung Gerhard Karners als neuer ÖVP-Innenminister. Sie orten ein Verfehlen Karners in der „Nichtbehandlung“ des Museums, das, wie montags bekannt wurde, jetzt „zeitgemäß kontextualisiert“ werden soll „Karner dürfte, ohne Druck von außen, wenig Interesse an der Umbildung der Gedenkstätte gehabt haben. Dafür hätte er seit 1995 als Kommunalpolitiker – sechs Jahre davon als Bürgermeister – genug Zeit gehabt“, appelliert der Scheibbser SJ-Bezirksvorsitzende Jakob Zuser (5. von links). Übrigens: Der Namensgeber des Scheibbser Jugendzentrums, Karl Münichreiter, war einer jener, die unter Dollfuß im Austrofaschismus ermordert wurden.
 
Foto: Sozialistische Jugend

Immer Ärger mit Dollfuß: NÖN-Leser wissen seit Jahren um die fehlende kritische Auseinandersetzung mit Engelbert Dollfuß in dem ihm gewidmeten Museum in seinem Geburtshaus in Texingtal.

Dollfuß: Jener, Kurzzeit-Kanzler (1932 bis 1934), der selbst von Nazis ermordet wurde – und dessen Antwort auf den Nationalsozialismus der Austrofaschismus und ein autoritärer Ständestaat war. Mit der Angelobung Gerhard Karners zum Innenminister wird das umstrittene Museum österreichweit zum Diskussionsthema – und zum Kritikpunkt an Karners Person. Am Montag – kurz nach Karners Angelobung – wurde publik, dass das Museum im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums der Gemeinde „zeitgemäß kontextualisiert“ wird. Und zwar in Kooperation mit dem Zeithistorischen Zentrum Melk – Verein „Merkwürdig“.

„Wir haben schon mehrmals über eine Aufarbeitung gesprochen, zuletzt bei der Gedenkfeier im Mai“, betont Obmann Alexander Hauer. Dass das Thema nun in der Öffentlichkeit angelangt ist, sehe er als Chance: „Es braucht eine saubere und richtige Darstellung. Das Zeithistorische Zentrum steht für seriöse Aufarbeitung, ohne Anschuldigungen.“