Ein „L“ zum Wohlfühlen. Zubau / Seit Anfang Februar wird bei der Volksschule Wieselburg eifrig gebaut. Am Donnerstag erfolgte nachträglich der offizielle Spatenstich. Ehrgeiziges Ziel: Fertigstellung Februar 2015.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
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Von Christian Eplinger

WIESELBURG / Seit September bietet die Volksschule Wieselburg als erste und einzige Volksschule in Niederösterreich eine ganztägige Schulform mit verschränktem Unterricht an – als Zusatzangebot neben dem „normalen“ Unterricht und der Mehrstufenklasse. „Das Echo von Eltern und Kindern ist sehr positiv. Und auch im nächsten Schuljahr ist eine weitere Klasse mit Ganztagesschulform gesichert“, weiß Direktorin Helga Jungwirth. 14 Neuanmeldungen für das Schuljahr 2014/15 gibt es bereits für diese Schulform.

Ab dem zweiten Semester im nächsten Jahr werden besonders diese Schüler auch über entsprechende neue Räumlichkeiten verfügen – ausgelegt auf die ganztägige Unterrichtsform und ihre Besonderheiten im Freizeitbereich. 2,8 Millionen Euro lässt sich die Volksschulgemeinde, der die Gemeinden Wieselburg, Wieselburg-Land und Bergland angehören, den Zubau kosten. „Der Löwenanteil, mit knapp 2 Millionen Euro kommt von der Stadtgemeinde“, weiß Schulgemeindeobfrau Vizebürgermeisterin Irene Weiß.

Neu- und Altbau harmonieren

Baubeginn war bereits am 3. Februar. Vergangenen Donnerstag wurde der offizielle Spatenstich nachgeholt. Die Pläne für den L-förmigen Zubau zur Volksschule mit einer Gesamtnutzfläche von 1.380 m stammen von Anne Mautner-Markhof. Die Architektin aus Seisenegg hat sich mit ihrem Projekt beim von der Schulgemeinde ausgeschriebenen Architektenwettbewerb unter insgesamt fünf Bewerbern durchgesetzt.

„Vor allem der helle offene Zugang, die ansprechende Optik und die Harmonie zwischen Neu- und Altbau, bei der dennoch die moderne Architektur im Schulbau klar zum Ausdruck kommt, haben die Jury überzeugt. Die tolle Innenhofgestaltung war dann noch das Tüpfelchen auf dem i“, weiß Jury-Mitglied Richard Zeitlhuber, der jetzt die Bauaufsicht über das Projekt hat.

Der neue zweigeschossige Zubau wird im Erdgeschoß die neue Schulküche, einen multifunktionalen Speisesaal und die neue Bibliothek beherbergen. Im Obergeschoß sind vier Klassenräume für die Ganztagsklassen sowie ein neues Musikzimmer vorgesehen.

Flexible Gestaltung dank Einrichtungskonzept 

„Die Klassenräume sind dabei vor allem auf die Bedürfnisse der Ganztagsschulform zugeschnitten. Sie sind um 10 m größer als normale Klassenräume und bieten dank entsprechendem Einrichtungskonzept total flexible Möglichkeiten für die Unterricht- und Freizeitgestaltung“, weiß Anne Mautner- Markhof. Gleiches gilt für den multifunktionalen Speisesaal, der mit einer Fläche von 226 m alle Möglichkeiten offen lässt. „Das sind dreieinhalb Klassenzimmer. Das wird das Wohnzimmer für die Kinder“, ist Mautner-Markhof überzeugt.

Vom Zubau profitieren aber nicht nur die Ganztagsklassen, sondern alle Schüler und Lehrer. Denn zum einen wird sich dort auch die „normale“ Nachmittagsbetreuung samt Mittagessen abspielen und zum anderen wird der Verbindungstrakt zwischen Neu- und Altbau in Brückenform (ohne Untergeschoß) ausgeführt, wo künftig Direktion und Lehrer untergebracht sein werden. „Uns ist dabei wichtig, dass alle Lehrer auch einen adäquaten Arbeitsplatz bekommen. Das ist in diesem Konzept berücksichtigt“, erklärt Irene Weiß.

Diese Brückenkonzeption hat zudem einen weiteren Pluspunkt. Sie bringt dem Schul-Innenhof eine witterungsunabhängige überdachte Fläche von mehr als 400 m. „Das ist ein unbezahlbarer Mehrwert“, ist Direktorin Helga Jungwirth überzeugt.

Der Bauzeitplan ist relativ ehrgeizig. Bis Ende Mai, Anfang Juni soll der Rohbau stehen. Die Fertigstellung ist für Winter 2014/15 geplant. Im zweiten Semester 2015 soll der neue Trakt bezogen werden.