Weiterer Platz nach oben: Bezirk Scheibbs nun Dritter. Medianeinkommen im Bezirk Scheibbs lag 2019 bei 2.363 Euro.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. Dezember 2020 (04:39)
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Die Hälfte der Arbeitnehmer im Scheibbser Bezirk verdiente 2019 mehr als 2.363 Euro brutto pro Monat. Damit liegt das Bruttomedianeinkommen im Ötscherland um 14 Euro über jenem in ganz Österreich und um 128 Euro über jenem in Niederösterreich. Im Vergleich zu 2018 bedeutet das eine Steigerung um 68 Euro. Das ist ein realer Einkommensgewinn von 1,47 Prozent.

Laut der in der Vorwoche veröffentlichten Einkommensanalyse der Arbeiterkammer Niederösterreich hat sich der Scheibbser Bezirk gegenüber 2018 wieder um einen Platz nach oben geschoben und rangiert nun an dritter Stelle im Bundesland. Ein Platz, den man bereits 2015 innehatte, ehe der Bezirk 2016 und 2017 auf den fünften Platz zurückrutschte. Platz eins belegt weiter der Bezirk Amstetten.

Erfolgreiche Mischung und Sozialpartnerschaft

„Das ist natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung und spiegelt die sehr gute Mischung aus Industrie und Gewerbebetrieben sowie Handel und Fremdenverkehr in unserem Bezirk wieder. Oder anders gesagt: In unserem Bezirk gibt es erfolgreiche Unternehmen und fleißige und gut ausgebildete Arbeitnehmer“, freut sich AKNÖ-Bezirksstellenleiter Helmut Wieser.

Dieses hohe Medianeinkommen sei aber auch einer erfolgreichen Sozialpartnerschaft sowohl auf betrieblicher Ebene als auch im Bezirk und im Land geschuldet.

„Die Löhne und Gehälter werden jedes Jahr von Gewerkschaften und Wirtschaftskammer sowie Industriellenvereinigung verhandelt. Höhere Löhne und Gehälter schaffen Kaufkraft. Und wenn die Arbeitnehmer mehr im Geldbörserl haben, profitieren der heimische Handel und die heimische Wirtschaft. Das wiederum schafft Arbeitsplätze“, ist Wieser überzeugt und stolz, dass trotz der Coronapandemie auch die Arbeitslosenzahlen im Bezirk weiter am unteren Level im Landesvergleich stehen.

AK-Bezirksstellenleiter Burkhard Eberl erklärt die AK-Einkommensanalyse.
Quelle: AK NÖ; Illustration: JANGKUNG STUDIO/Shutterstock.com; Grafik: Gastegger

Die positive Entwicklung im Medianeinkommen im Bezirk gestaltete sich im Vorjahr allerdings nicht einheitlich. Einem realen Einkommensgewinn von 0,81 Prozent bei den Männern stand ein Minus bei den Frauen von 0,94 Prozent gegenüber. Angestellte wiesen ebenfalls eine reale Verringerung des Medianeinkommens um 0,33 Prozent auf, während Arbeiter eine reale Steigerung von +1,76 Prozent erfuhren. Bei den Arbeiterinnen und Arbeitern lag der Bezirk deutlich über den NÖ-Werten.

Eklatant ist weiterhin die Lohnschere zwischen Männern und Frauen: Männer verdienten mit 2.643 Euro im Jahr 2019 im Bezirk um 34,4 Prozent mehr als Frauen (1.734 Euro brutto).