Seit 1850 Strom aus Wasserkraft in Wieselburg. Wieselburg ist seit 170 Jahren Kraftwerksstandort – ein Kraftwerk so alt wie die erste Nähmaschine.

Von Miriam Kamleitner. Erstellt am 21. August 2021 (06:16)

Im Jahre 1851 wurde vielerorts Geschichte geschrieben. Singer borgte sich ein Kapital von 40 Dollar für die Materialkosten. Somit schaffte er es in nur elf Tagen seine Erfindung, die erste praktische Nähmaschine der Welt, „Singers Nr. 1“, zu konstruieren.

Im selben Zeitraum wurde die mechanische Kraftanlage Wieselburg in Betrieb genommen, die Jahre später in ein Kleinwasserkraftwerk umgewandelt wurde. Dies liefert bereits seit über 100 Jahren umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft und versorgt heutzutage 180 Haushalte der Region mit sauberer Energie.

Wichtig für Energiewende

EVN-Unternehmenssprecher Stefan Zach erklärt, dass dies zwar lediglich rund fünf Prozent des privaten Haushaltsstromverbrauches von Wieselburg ausmache, im Hinblick auf die Energiewende aber jeder noch so kleine Beitrag aus erneuerbaren Energien wichtig sei.

Wasserkraft bietet vor allem im Winter eine gute Ergänzung zur Sonnenenergie. Mit einer Leistung von 100 Kilowatt, beträgt die Jahreserzeugung der Anlage um die 650.000 Kilowattstunden.

Die historische Kraftwerksanlage, welche 1851 wasserrechtlich zum ersten Mal erwähnt wurde, befindet sich seit 2001 im Besitz der EVN. Heute wird die Anlage mit einer Francis- Schachtturbine aus dem Jahr 1982 betrieben.

Die Fallhöhe des Wassers beträgt 2,2 Meter, die Wehr selbst ist 100 Meter lang. 2015 wurde die Anlage in puncto Wehranlage als auch in den Bereichen Hochwasserschutz und Ökologie (Fischaufstiegshilfe) auf den neuesten Stand der Technik gebracht.