Gemeinsam Strom erzeugen in Gresten

Erstellt am 22. April 2022 | 04:23
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8330440_erl16photovoltaikpaneele_istock_1143380.jpg
PV-Anlagen werden künftig die Dächer der Gemeindegebäude in Gresten zieren. Vom „grünen“ Strom können danach auch die Bürger profitieren.
Foto: NÖN Archiv
Gresten setzt auf Photovoltaik und plant eine Energiegemeinschaft, von der auch Bürger und Gewerbetreibende einen Nutzen ziehen können.
Werbung

Mit so vielen Photovoltaik-Anlagen wie möglich auf Gemeindegebäuden möchte die Marktgemeinde Gresten künftig bei der Stromerzeugung innovative Maßstäbe setzten.

Nachdem bereits der Bauhof und die Kläranlage mit PV-Anlagen ausgestattet sind, sollen nun in einem weiteren Schritt die Dächer des FF-Hauses, der Aufbahrungshalle sowie des kürzlich erworbenen Gebäudes im Markt 26 (Trafik und das Wohn- und Geschäftshaus Matschi) umweltfreundlichen Solarstrom produzieren. „Der Grundsatzbeschluss diesbezüglich ist bereits im Gemeinderat gefallen, nun sind wir konkret in der Planung und der Angebotseinholung, die Förderkonzepte wurden bereits eingereicht und zum Teil schon zugesagt“, meint Bürgermeister Harald Gnadenberger, der eine Umsetzung noch in diesem Jahr für realistisch hält.

In den nächsten Jahren sollen laut dem Bürgermeister die im Besitz des Eisstockvereines befindliche Stocksporthalle – „Hier können wir eine große Fläche nutzen“ – sowie die sanierbare Schule und der Kindergarten nachziehen. In einem dritten Schritt sollen, wenn es sinnhaft erscheint, die Sauna und das Freibad folgen. „Die Effizienz solcher Anlagen steigt, wenn der Eigenverbrauch sehr hoch ist“, merkt Gnadenberger an.

Für die optimale Nutzung wird die gewonnene Energie nicht in einem Generator gespeichert, sondern über das örtliche Umspannwerk verteilt und auch an Gemeindebürger und Gewerbetreibende verkauft werden.

Die wirtschaftlichen Vorteile dieser Energiegemeinschaft liegen wie folgt auf der Hand. Befreiung von der Elektrizitäts-Abgabe, Reduktion der Netzentgelte im lokalen und regionalen Bereich. Außerdem können maximal 50 Prozent der innerhalb einer Energiegemeinschaft erzeugten und nicht verbrauchten erneuerbaren Strommenge mittels Marktprämie gefördert werden. Zudem könnte bei einem Blackout mittels Speicher trotzdem der eigene Strombedarf für eine gewisse Zeit gedeckt werden.

Derzeit lotet die Gemeinde gemeinsam mit der technischen Betreiberfirma ConPlusUltra mittels Rechenbeispiele alle Möglichkeiten aus. „20 Teilnehmer haben wir jetzt bereits, danach werden wir wissen, wie viele wir noch brauchen, um den Bedarf zu decken.“

Werbung