Bezirk Scheibbs: Schlagwort heißt Grünstrom

Erstellt am 06. April 2022 | 04:00
Lesezeit: 2 Min
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Matthias Buchmayer präsentiert seine Photovoltaikanlage am Dach der Produktionshalle in Ybbs. „Im Sommer laufen die Kühlaggregate auf Hochtouren, genau da produzieren wir den meisten Strom selbst – ideal“, weiß Buchmayer.
Foto: Christian Eplinger
Firmen versuchen, Strombedarf zu 100 % mit erneuerbarer Energie zu decken.
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Bei Lichtsysteme-Hersteller ZKW in Wieselburg und der Holzindustrie Mosser in Randegg heißt seit Jahresbeginn das Zauberwort „Grünstrom“. „Alle unsere Standorte in Österreich beziehen seit 2022 zu 100 Prozent Grünstrom. Bis 2025 soll das für alle Produktionsstandorte weltweit gelten“, erklärt ZKW-Standortleiter Stephan Hauptmann. In Wieselburg selbst deckt ZKW rund zehn Prozent des Energieeigenbedarfs derzeit aus dem eigenen Wasserkraftwerk direkt im Unternehmen. Zudem wird der Ausbau erneuerbarer Energieformen im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie untersucht. Parallel lotet man Energiesparpotenziale aus. „Am nachhaltigsten ist jene Menge an Energie, die nicht erzeugt werden muss“, sagt Hauptmann.

„Am nachhaltigsten ist jene Menge an Energie, die nicht erzeugt werden muss“ 

Auch die Mosser Holzindustrie deckt seit Jahresbeginn den Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. „Strom kaufen wir zu, Wärme stellen wir selbst her. Eine eigene Stromerzeugung haben wir aber nicht geplant, stattdessen setzen wir auf Investitionen in die Energiespartechnik“, erklärt Reinhard Mosser.

Auch die Firma Welser Profile in Gresten investiert kräftig in erneuerbare Energie. Die gerade in Bau befindliche 3.000 kWp PV-Anlage auf rund 24.000 m² Hallendachfläche mit etwa 8.500 Einzelmodulen ist neben der Hackschnitzelheizung und der Wasserkraftanlage in Ybbsitz sowie dem 3-Megawatt-Windrad in Deutschland ein wesentlicher Schritt dahin, dass Welser Profile mittelfristig 25 Prozent des Strombedarfs selbst abdecken kann.

Auch Worthington Industries in Kienberg produziert rund sieben Prozent des Strombedarfs aus dem eigenen Wasserkraftwerk. Dazu laufen Projekte zum weiteren Ausbau von eigenen alternativen Energiequellen sowie zu Energiesparmaßnahmen im Unternehmen (Umstellung auf LED-Beleuchtung). Doch nicht nur die großen Firmen investieren in Alternativenergie. Die Fleischerei Buchmayer mit Standorten in Ybbs und Wieselburg hat am Dach ihrer Produktionshalle in Ybbs eine 88 kWp-Photovoltaik anlage errichtet. Kostenpunkt: 91.000 Euro, wovon 28.000 Euro gefördert wurden. Damit kann man rund den halben Strombedarf der Produktionshalle abdecken.

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