Wieselburger Volksfest: "Das neue Konzept ist aufgegangen"

Erstellt am 05. Juli 2022 | 07:04
Lesezeit: 5 Min
Mit dem Familientag am Sonntag ging das Wieselburger Volksfest zu Ende. Messe-Geschäftsführer Werner Roher ist trotz Wetterkapriolen am Mittwoch und Freitag vom neuen Volksfestival-Konzept angetan. Insgesamt kamen rund 30.000 Besucher. Stärkster Tag war der Samstag.
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Vom traditionellen Bieranstich am Mittwochabend bis zum abschließenden Familientag mit freiem Eintritt am Sonntag zog das Wieselburger Volksfest an fünf Tagen insgesamt rund 30.000 Besucher in seinen Bann. Das neue Konzept, das aus dem Volksfest ein „Volksfestival“ mit vier – inklusive der Kinderbühne sogar fünf – Live-Bühnen macht, hat sich in jedem Fall bewährt, ist Messe-Geschäftsführer Werner Roher überzeugt. Und das, obwohl am Mittwoch- und Freitagabend das Wetter ganz und gar nicht mitspielte.

Die Bilanz des Veranstalters: 

Werner Roher ist zufrieden: „Das neue Volksfestformat mit der Trennung von Messe und Volksfest hat sich bewährt und wird so beibehalten“, sagt Roher. „Wir sammeln jetzt das Feedback und die Ideen, werden für das nächste Jahr einige Adaptierungen vornehmen. Aber den Termin für das Volksfest 2023 von 28. Juni bis 2. Juli kann man sich schon einmal rot anstreichen“, sagt Roher, der am Samstag den „für mich persönlich besten Volksfesttag aller Zeiten“ erlebt hat. Der Samstag war generell der stärkste Tag. Tagsüber Familien und Kinder sowie das erste niederösterreichische Gewerkschaftstreffen mit den Edelseern von ÖGB und AKNÖ, abends volle Zelte, viel Rummel im Vergnügungspark und durchgehend beste Stimmung auf und vor den Bühnen.“

Zeltfest und Preise: 

Apropos volle Zelte: Im Vorfeld der Messe sorgten Preisdiskussionen für durchaus heftige Attacken auf Social-Media-Plattformen. Beim Volksfest selbst war das relativ schnell vergessen. Die Eintrittspreise waren angesichts des gebotenen Bühnenprogramms am Abend kein Thema mehr, nur die bei den Tageskarten müsse man für die Zukunft noch überlegen, gestand Roher.

Auch die Getränke- und Essenspreise vom neuen Festzelt-Wirt Ludwig Kleinlehner empfand die überwiegende Mehrheit als angemessen. Ein Maß Bier kostete 11 Euro, ein halbes Grillhenderl 10,20 Euro.

Verbesserungspotenzial: 

Natürlich gäbe es auch das. Ausbaufähig seien die Aktivitäten über und bei der Erlauf, weiß Roher. Die Akrobatik- und Licht-Show sowie der Flying Fox waren ein erster Start, die Erlauf verstärkt einzubinden. „Aber auch da waren wir witterungsabhängig. So mussten wir am Mittwoch und Freitag die Shows absagen und Tretbootfahren war aufgrund des hohen Wasserstandes der Erlauf auch nur an zwei Tagen möglich“, weiß Roher.

Diesbezüglich bittet die Messe auch die Besucher um Feedback und Ideen unter: www.umfrageonline.com/s/wieselburger-volksfest-2022

Wetterkapriolen:

Apropos Wasser. Das kam am Mittwoch- und Freitagabend wie aus Kübeln von oben. „Der Regen und Sturm haben uns am Mittwoch sicher ein Drittel Besucher gekostet und Freitag mussten wir bis auf das Programm im Festzelt alles canceln und sogar die Fahrgeschäfte einstellen. So etwas habe ich auch noch nie erlebt“, berichtet Roher, dem vor allem um den von vielen erwarteten Auftritt von Chris Steger leid ist.

Politische Bühne:

Das Wieselburger Volksfest nutzte auch wieder die Politik als Bühne. Am Donnerstagabend war FPÖ-Bundsparteiobmann Herbert Kickl mit seiner Sommertour zu Gast im gut besuchten Festzelt und sorgte gemeinsam mit FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer für Schelte für Schwarz/ Türkis/Grün, aber auch für so manch Seitenhieb gegen Bundespräsidenten Van der Bellen, SPÖ und NEOS. „Wir schwitzen heute hier, weil es im Zelt so heiß ist. Die in Wien schwitzen, weil wir wieder im Kommen sind“, jubelte Kickl unter tosendem Applaus und Herbert-Herbert-Rufen.

Etwas ruhiger, aber für ÖGB-Landesvorsitzenden und AKNÖ-Präsident Markus Wieser „sehr zufriedenstellend“, ging am Samstagvormittag das erste NÖ Gewerkschaftstreffen über die Bühne. ÖGB und AKNÖ nutzten das offene Fenster durch die Absage des NÖ Bauernbundtages.

Hier standen weniger die politischen Reden als vielmehr die gute Stimmung mit der Gruppe „Die Edelseer“ im Mittelpunkt. Die genossen auch LH-Stellvertreter Franz Schnabl, die Abgeordneten Rudolf Silvan, Alois Schroll und Kerstin Suchan-Mayr sowie der Wieselburger Bürgermeister Josef Leitner, der sogar mit den Edelseern live auf der Bühne einen Gastauftritt gab. „Eines ist gewiss. Wir kommen nächstes Jahr wieder“, versprach Markus Wieser

Entspanntes Umfeld: 

Herrscht normalerweise rund um Messe und Volksfest in Wieselburg Ausnahmezustand, so war dieses Jahr alles sehr „chillig“. Die Parkplatzsituation war so entspannt, dass Werner Roher schon unmittelbar nach dem Volksfestende verkündete, dass es nächstes Jahr keine Parkraumbewirtschaftung mehr geben wird. „Die dient ja in erster Linie dazu, dass die Parkplätze effektiv genutzt werden. Doch so wie wir es heuer festgestellt haben, waren immer genügend Parkplätze frei. Da brauchen wir dann auch niemanden hinstellen“, verkündete Roher gegenüber der NÖN.

Fünf Führerscheinabnahmen:

Keine gröberen Vorfälle verzeichnete auch die Polizei, die an den Volksfesttagen mit bis zu 20 Beamten am Gelände und im Umfeld im Einsatz war. Am Mittwoch- und Freitagabend gab es auch zwei Schwerpunktkontrollen, wobei dort ebenfalls das Wetter mitspielte und das Verkehrsaufkommen geringer war als erwartet. Dennoch gab es bei insgesamt 290 Alkotests drei Anzeigen nach dem Führerscheingesetz (zwischen 0,5 und 0,79 Promille) und sieben Anzeigen wegen einer Alkoholisierung von 0,8 Promille oder mehr. Fünf Führerscheine wurden dabei auch abgenommen. Dazu kamen elf weitere Anzeigen und 23 Organmandate. „Für die Anzahl der Besucher gab es dennoch relativ wenig Zwischenfälle, auch wenn die Alkolenker schmerzen, da wir verstärkt Kontrolltätigkeiten angekündigt hatten“, erklärte Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger der NÖN.

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