Auf Tournee mit den Kalender Girls . Christina Meister spricht in der NÖN über die Kalender Girls und ihren „Export“ nach Wieselburg.

Erstellt am 02. September 2018 (04:58)
Theo Kust
Moderatorin und Schauspielerin Christina Meister-Sedlinger hat die künstlerische Leitung des Stadttheaters Wieselburg übernommen.

NÖN: Warum bringen Sie die Kalender Girls jetzt in Wieselburg auf die Bühne?

Christina Meister: Ich bin Ende des Vorjahres von Hannes Distelberger engagiert worden, das Stadttheater Wieselburg zu leiten. Als dann der Vorschlag kam, mich mit dieser Erfolgsproduktion in Wieselburg vorzustellen, war ich mit Freude und Begeisterung dabei. 

Was ist das Besondere an dieser Produktion?

Meister: Das Ensemble, mit dem ich die Kalender Girls einstudiert habe. Es ist uns gelungen die Balance zwischen Tragik und Humor zu finden, zwischen Triumph und Niederlage. Ich hab ein bisschen geschwitzt, vor allem auch wegen der hohen Frauenquote. Aber unsere gemeinsame Arbeit war unglaublich harmonisch und das macht auch die Gesamtproduktion aus. Ich habe nie zuvor so einen enormen Ehrgeiz und so ein „aufeinander Acht geben“ erlebt. 

Die „Tournee“ beginnt in Wieselburg, wird es weitere Aufführungen an anderen Orten vielleicht auch noch geben? 

Meister: Nein. Zumindest ist das jetzt nicht geplant, weil der größte Teil des Ensembles zeitgleich schon in der Probenarbeit für das nächste Stück des Schauspiel Scheibbs steckt.

Worum geht es bei „Kalender Girls“?

Meister: Es ist die wahre Gechichte einer englischen Frauengruppe, die einen Nacktkalender gemacht hat und damit eine Riesensumme für die Krebsforschung gesammelt hat. Im Stück geht es um kleine Leute und ihre Probleme. Es gibt nicht eine Hauptfigur und viele Randfiguren, sondern mehrere Frauen, die im Mittelpunkt stehen. Sechs Frauen, sechs Schicksale.

Eine Tragikkomödie mit sehr vielen Emotionen. Ist „Kalender Girls“ nicht sehr schwerer Stoff für eine Laienbühne?

Meister: Das Wort Laien gefällt mir nicht. Ich bezeichne meine Ensemblemitglieder immer als außerberufliche Schauspieler und ich möchte die Leute ja auch ausbilden. Und mit schwerem Stoff geht es mir ähnlich: Es liegt an mir, die Schauspieler da so zu leiten, dass das funktioniert. Und auch ein kleines Theater muss nicht nur Boulevard bringen, sondern es kann auch durchaus einmal ein tiefgehendes Stück zeigen. Und der Erfolg gibt uns recht. Aber ich gebe auch zu, dass das Ensemble enormen Mut bewiesen hat. 

Was steht für Sie nach den Kalender Girls auf dem Programm? 

Meister: Ein Danach gibt es nicht. Wir proben schon für Jack the Ripper für den Theaterherbst Scheibbs. In Wieselburg starten gerade die Arbeiten für das Stück Liliom. Und ich habe noch ein neues Projekt, das wird aber noch nicht verraten.