Umfahrung Wieselburg für Verkehr freigegeben. Größtes Straßenbauprojekt des Landes mit einem Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro abgeschlossen. Seit Donnerstag, 17 Uhr, rollen die Fahrzeuge über die 8,1 Kilometer lange Umfahrungstrasse. Wieselburg soll dadurch um rund 50 Prozent vom Verkehr entlastet werden.

Von APA / NÖN.at. Update am 14. Juni 2021 (07:03)
Schnitten das Eröffnungsbanddurch, von links: Bürgermeister Walter Wieseneder (Gemeinde Bergland), NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker, Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko, Bürgermeister Karl Gerstl (Wieselburg-Land), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Josef Leitner (Wieselburg), LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Bürgermeisterin Lisbeth Kern (Petzenkirchen).
Eplinger

Die aktuell größte Baustelle im niederösterreichischen Landesstraßennetz, die Umfahrung Wieselburg, wurde am Donnerstag offiziell beendet und für den Verkehr freigegeben. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landesrat Ludwig Schleritzko und Ehrengäste aus der Region eröffneten nach 60 Monaten Bauzeit das rund acht Kilometer lange Straßenstück.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner meinte: „Die Sonne scheint an diesem Freudentag. Sechs Jahrzehnte wurde debattiert, diskutiert, geplant und gebaut. Und heute ist es geschafft. Es ist ein sensationelles Projekt. Die Bürger haben dadurch einen Mehrwert, aber auch für die Wirtschaft entsteht ein Mehrwert.“ 3.000 Unternehmen mit rund 12.000 Arbeitsplätzen profitieren von der Umfahrung. Auch für den Tourismus werde sich dadurch ein Nutzen ergeben. Mikl-Leitner: „Es liegt auf der Hand, dass mit der besseren Anbindung an den Ötscher, das Hochkar und Lunz am See die ganze Region touristisch anwachsen wird.“

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko freut sich, dass man das größte Straßenbauprojekt Niederösterreichs nun eröffne und unterstrich: „Mehr als 2.000 LKW und rund 14.000 PKW sind täglich durch das Zentrum von Wieselburg gefahren. Eine unerträgliche Lärmbelastung für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Staustress für die Autofahrerinnen und Autofahrer waren die Folge. Mit der neuen Umfahrung entlasten wir das Zentrum um bis zu 50 Prozent. Das steigert die Lebensqualität und die Verkehrssicherheit.“

Für die 8,1 Kilometer lange Straße mit ihren 17 Brückenbauwerken wurden in Summe rund 80 Millionen Euro investiert. Im Hinblick auf den ökologischen Aspekt seien unter anderem viele Bäume und Sträucher gesetzt, Lärmschutzwände mit Photovoltaikanlagen errichtet und Brutkästen für Fledermäuse angebracht worden.

NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker ging auf die technischen Daten der Umfahrung ein. Unter anderem wurden rund 900.000 Kubikmeter Schüttmaterial bewegt, 21.000 Laufmeter Rohre verlegt und rund zehn Kilometer Lärmschutzwände verbaut. Auch der Brückeneinsturz im Vorjahr sei gut „ausgemerzt worden.“ Herbert Weier von der ARGE Umfahrung Wieselburg sprach von einem „Projekt, das man nicht alle Tage hat“ und beruhigte, dass nun nichts mehr einstürzen werde. Seitens der Arbeitsgemeinschaft seien rund 340.000 Mannstunden – ohne nennenswerte Verletzungen – eingebracht worden. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten sei sehr gut gewesen.

Für Karl Gerstl, Bürgermeister von Wieselburg Land, ist ein „Jahrtausendprojekt“ abgeschlossen worden. Immerhin gab es erste Überlegungen bereits 1953, erste Trassenentwürfe seit 1974. Er wünsche der Wieselburger Bevölkerung die gewünschte Entlastung, der eigenen Bevölkerung, dass sie sich an die neue Straße gewöhne und der Region, dass sie von der Umfahrung profitiere.

Wieselburgs Bürgermeister Josef Leitner sprach von einem „emotionalen und sehr schönen Moment. Es ist bedeutsam, wenn der Durchzugsverkehr so deutlich sinkt, dadurch steigt die Lebensqualität und die Aufenthaltsqualität in Wieselburg.“ Er erkenne zudem „sehr gute Chancen für weitere Betriebsansiedlungen in unmittelbarer Nähe zur Umfahrung.“