Wieselburger Start-up erobert Hongkong. Die Geschichte von drei jungen Frauen, dem Opa und ihrer Liebe zum Wein.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 31. Mai 2019 (04:47)
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Katja Diewald mit einem Importeur von Hongkong bei der HOFEX.
Vinotaria OG

Es war im Herbst 2017. Julia Aigelsreiter aus Wieselburg, Katja Diewald aus Großengersdorf und Melanie Scholze-Simmel studierten gemeinsam am Marketing-Campus Wieselburg. Alle drei trinken gerne Wein und waren zu dieser Zeit (teilweise) single. „Wir hatten einerseits das Problem, dass wir unterschiedliche Weinvorlieben hatten und nicht immer ganze Flaschen aufmachen wollten“, schildert Katja Diewald die Entstehungsgeschichte des Start-ups „Vinotaria“.

Denn die drei jungen Damen verfolgten diesen Gedanken des „Weingenuss ohne Überdruss fürs Abendachterl“ weiter. Im Jänner 2018 gründeten sie die Vonotaria OG und bieten seitdem Weingenuss für besondere Momente. Über das Onlineportal www.vinotaria.at beziehungsweise direkt in der „Sunshine Gallery“ in Amstetten können Boxen mit fünf Mal 0,25-Liter-Flaschen ausgewählter Weine zusammengestellt werden. Aktuell stehen 22 Qualitätsweine von österreichischen Winzern zur Auswahl.

„Wir kaufen den Wein in Fässern von den Winzern direkt ein und füllen diesen bei Daniel Jungmayr in Ebersbrunn in unsere Flaschen ab, etikettieren diese und lagern die Flaschen dann in Hofstetten. Der Versand erfolgt per Post“, erzählt Katja Diewald. Unterstützt werden die drei Damen vom Opa von Melanie Scholze-Simmel. „Eine wesentliche Stütze unseres Unternehmens“, lächelt Diewald. Die Weinviertlerin ist auch ausgebildete Sommelière. Von ihr stammt auch die Idee, Rebsorten und deren Eigenschaften Charaktere zuzuordnen. So gibt es vom „Sonnigen“ (Gelber Muskateller) bis zum „Gemütlichen“ (Blaufränkischer) verschiedenste Wein-Charaktere samt dazugehörigen Figuren am Etikett.

 Die drei Gründerinnen der Vinotaria OG Melanie Scholze-Simmel (24), Katja Diewald (26) und Julia Aigelsreiter (27, von links).
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Im ersten Geschäftsjahr hat man rund 1.200 Fünfer-Wein-Boxen verkauft. Tendenz steigend. Vor allem auch als Geschenk sind die Boxen beliebt. „Rund um Weihnachten oder Muttertag herrschte Hochbetrieb“, weiß Diewald.

Nun will man sich auch in den Export wagen und schielt auf den asiatischen Markt. „Der Weinkonsum ist in Asien im Vergleich zu Europa sehr gering. Wein gilt in China als Luxusgut und wird in geringeren Maßen getrunken. Daher finden unsere 0,25 Liter-Flaschen großen Anklang“, weiß Katja Diewald, die sechs Monate in Taiwan verbracht hat. Gemeinsam mit der Österreichischen Wirtschaftskammer präsentierte sie daher die Vinotaria OG auch bei der HOFEX in Hongkong, der größten „Hospitality & Food Exhibition“. „Ich habe viele Kontakte mit nach Hause genommen. Demnächst gibt es ein Treffen mit Importeuren in Wien. Schauen wir mal, wie es weitergeht“, ist Diewald optimistisch.