Hund biss Putzfrau in Lunzer Hotel. Wer ist schuld, wenn ein Zimmermädchen im Hotel von einem Hund gebissen wird? Bezirksrichter hatte zu entscheiden.

Von Karin Katona. Erstellt am 03. Juli 2019 (06:36)
Von Kamil Macniak, Shutterstock.com
Symbolbild

Die unvermutete Begegnung eines Zimmermädchens eines Lunzer Hotels mit einem in einem Zimmer eingesperrten Hund begann recht harmlos. „Ich habe mich hinuntergebeugt und gesagt, du bist aber ein lieber Kerl“, schilderte die Frau vor Bezirksrichter Oliver Baumschlager. „Da ist der Hund auf mich losgegangen.“ Mehrere Bisse an den Armen – so der Befund des Landesklinikums Scheibbs – fügte der Hund der Aufräumerin zu.

Als mutmaßliche Verantwortliche für den Vorfall stehen der Hundebesitzer und die Besitzerin des Hotels vor Gericht. Beide bekennen sich nicht schuldig. Er habe, plädiert der Hundebesitzer, für den Hund gebucht und beim Einchecken gesagt, dass dieser im Auto sei. „Wir sind am nächsten Tag zum Frühstück gegangen, aber im Frühstücksraum sind keine Hunde erlaubt. Also haben wir unseren Hund im Zimmer gelassen“, erzählt der Hundehalter.

„Das Putzpersonal weiß, wo Hund im Zimmer ist“

Dass der Hund allein im Zimmer sei, habe man im Hotel aber nicht bekannt gegeben: „Wir wollten ein ‚Bitte nicht stören‘-Schild aufhängen, aber im Zimmer war keines vorhanden.“

Die Hotelbesitzerin fühlt sich für den Vorfall nicht verantwortlich: „Viele Gäste haben Hunde mit, manche auch heimlich. Grundsätzlich notieren wir für das Putzpersonal, in welchem Zimmer ein Hund mitgebucht ist.“ Die Frage, ob sie an besagtem Morgen eine derartige Anweisung bekommen habe, kann die Putzfrau nicht beantworten: „Ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Es war Pech, aber die Sache ist für mich erledigt.“

Der Richter sieht keinen Grund, die Angeklagten schuldig zu sprechen: „Es liegt kein Beweis vor, dass einer der Angeklagten fahrlässig gehandelt hat. Es kann auch im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden, ob ein Schild vorhanden war – das hätte man übrigens auch selber schreiben können.“