Sachbeschädigung: Täter leugnete trotz DNA-Spur. Das Auto der Ex war Ziel der Zerstörungswut des enttäuschten Liebhabers.

Von Karin Katona. Erstellt am 26. März 2021 (04:22)
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„Bekennen Sie sich schuldig oder nicht schuldig?“ Auf diese Standardfrage von Bezirksrichter Oliver Baumschlager vor Prozessbeginn hatte der Angeklagte eine klare Antwort: „Nicht schuldig.“

In zwei Fällen war er im vergangenen Herbst der Sachbeschädigung angeklagt worden, in beiden Fällen war es der Besitz seiner Exfreundin, an dem er seine Enttäuschung über das Beziehungsende ausgelassen haben soll. Die Beziehung mit der jungen Frau soll eine fünf Jahre lange „On-Off-Sache“ gewesen sein, die schließlich im Herbst 2020 von der jungen Frau beendet wurde.

Fast jeden zweiten Tag, so zitiert der Richter aus dem Polizeibericht, sei der Angeklagte dann vor der Tür der Exfreundin gestanden. „Er hat Sturm geläutet, aber ich habe es ignoriert“, schildert die Verflossene. „Als er weg war, bin ich zur Haustür gegangen. Er hatte meinen Stehaschenbecher umgetreten und von meinem fast vollen Zigarettenpackerl alle Zigaretten umgeknickt.“

Beim zweiten Fall im November geht es um mehr. Am Auto der Exfreundin, das auf dem Parkplatz beim Purgstaller Bahnhof geparkt war, wurden der rechte Vorder- und Hinterreifen aufgestochen. In Verdacht geriet wiederum der Exfreund. Zeugen gab es keine, außer einem stummen: Der Tschickstummel, der auf der Scheibe des Seitenfensters ausgedämpft und in die Fensterdichtung gedrückt worden war. Die darauf reichlich vorhandene DNA-Spur weist eindeutig auf den Täter hin.

„Laut Labor stammen die DNA-Spuren vom Zigarettenstummel mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu acht Milliarden mit ihrer überein“, klärt der Richter den Angeklagten auf. Dieser leugnet weiterhin, hat auch einen Zeugen mitgebracht, mit dem er zur Tatzeit beruflich unterwegs gewesen sein will.

Die DNA-Spur wirkt stärker, über dem Zeugen hängt eine Anzeige wegen falscher Zeugenaussage. Das Urteil: eine Geldstrafe von 3.420 Euro. Die Forderung der Exfreundin nach einer Schadenersatzzahlung von 165 Euro wirkt dagegen bescheiden.