Hueber ausgezeichnet: „Wirtshaus ist Zentrum des Orts“. Gastwirt Stefan Hueber aus St. Georgen an der Leys freut sich über zwei Gabeln im Falstaff Restaurant Guide 2021.

Von Karin Katona. Erstellt am 28. April 2021 (04:41)
Falstaff, St. Georgen/L. - Hueber ausgezeichnet: „Wirtshaus ist Zentrum des Orts“
Stefan Hueber und Lebensgefährtin Silvia Aigner freuen sich über die neuerliche Falstaff-Prämierung mit zwei Gabeln. Foto: weinfranz
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In der Küche steht Stefan Hueber, ein Fan exzellenter Grundprodukte wie Scheibbser Forelle, Bründler Brillenschaf, Gössinger Wild oder Dry-aged Duroc-Schwein. Ein grundsympathisches Wirtshaus. So lautet der Text im Falstaff 2021. Die NÖN sprach mit dem jungen Wirt.

NÖN: Zwei Gabeln im neuen Falstaff – was bedeutet Ihnen das?

Stefan Hueber: Sehr viel natürlich. Es ist eine Bestätigung dafür, was wir hier tun. Dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und eine Ermutigung, diesen Weg weiter zu gehen.

Wie sollen die nächsten Schritte auf diesem Weg aussehen?

Hueber: Es gibt sehr konkrete Pläne. Gemeinsam mit dem Schlosswirt Waidhofen wird es eine Kooperation mit dem Titel „Wirtshaus wie früher“ geben. Das ist ja eine Linie, die wir mit unserem Gasthaus schon seit längerer Zeit verfolgen.

Und wie soll „Wirtshaus wie früher“ ablaufen?

Hueber: Es wird eine Veranstaltungslinie bis Ende Juni sein. Wir werden Gerichte wie früher im neuen Kleid präsentieren. Bestimmte Gerichte gehören zur österreichischen Wirtshauskultur und die werden wir neu interpretieren. Wir starten in Kürze mit der Werbekampagne. Näheres wird noch nicht verraten.

„Mir ist es am liebsten, wenn sich jeder Gast seine Meinung bildet. Jeder Einzelne ist ja ein Bewerter.“Stefan Hueber, Gastwirt in St. Georgen an der Leys

Ist es wichtig, dass die Wirte sich nach Corona etwas einfallen lassen?

Hueber: Unbedingt. Wir werden zum Aufsperren einen neuen Drive hineinbringen. Wir sind voller Vorfreude und Energie. Und ich glaube, auch unsere Gäste freuen sich schon darauf, dass sie wieder zu uns kommen können.

Wie ist es in der Zeit während der Corona-Pause in den vergangenen Monaten für Sie gelaufen?

Hueber: Bis wir wieder aufsperren dürfen, kochen wir am Samstag und Sonntagmittag Gerichte zum Mitnehmen. Wirtschaftlich bringt uns das zwar

nichts, aber wir wollen einfach ein Lebenszeichen geben und unseren Stammgästen eine Freude machen. Darum haben wir auch am vergangenen Wochenende beim Streetfood Event in St. Pölten mitgemacht (siehe Seite 88).

Was sind Ihre Eindrücke vom Event in St. Pölten?

Hueber: Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Es war wie ein Kick-off zur Normalität. Man merkt, dass die Leute, die Gäste ebenso wie die Wirte, sich schon unheimlich freuen, wenn die Gastronomie wieder öffnen darf. Jeder steht in den Startlöchern.

Könnten Sie sich vorstellen, so etwas noch einmal zu machen?

Hueber: Grundsätzlich schon. Es hat Spaß gemacht, einmal etwas ganz anderes zu versuchen. Aber vorerst konzentrieren wir uns auf unser Geschäft daheim.

Könnten Sie sich vorstellen, dass der Gastronomie die Gäste wegbleiben könnten?

Hueber: Nein, gar nicht. Alle sind unheimlich froh, dass sie bald wieder raus dürfen. Schon im vergangenen Sommer hat man gesehen, dass so eine Befürchtung unnötig ist.

Wie kann der Wirtshausbesuch nach der Öffnung im Mai aussehen?

Hueber: Man wird eben zum Test gehen, bevor man ins Gasthaus geht. Aber das macht man ja auch für den Friseur. Das sollte nicht das Problem sein. Ich habe das Gefühl, mittlerweile freuen sich die Menschen so, dass sie wieder rausdürfen und andere Leute treffen, dass sie die Bedingungen in Kauf nehmen. Es wird wohl eins zu eins das Modell der Testregion Vorarlberg sein.

Extra für den Gasthausbesuch zum Test – werden die Gäste sich das antun?

Hueber: Ich glaube, das wird kein Problem sein. Wir haben in allen Branchen mittlerweile sowieso eine viel höhere Testhäufigkeit, zum Beispiel auch am Arbeitsplatz. Die Akzeptanz ist viel höher. Und es ist ja ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass alle getestet sind.

„Wirtshaus wie früher“ klingt gut. Aber hat das Wirtshaus seine alte Rolle nicht verloren?

Hueber: Das Wirtshaus wird immer seine Berechtigung haben, es hat einen großen gesellschaftlichen Wert. Es ist der Mittelpunkt einer Kleinstgemeinschaft und immens wichtig für das Dorfleben. Neu ist, dass das Gasthaus auch einen kulinarischen Anspruch hat, mit dem es sein Einzugsgebiet erweitert.

Sind Auszeichnungen wie die Falstaff-Gabeln für ein Lokal eine große Hilfe?

Hueber: Es ist eine schöne Bestätigung, vor allem für den Wirt und das Personal. Aber im Prinzip muss sich jeder Gast selbst eine Meinung bilden. Mir ist es aber am wichtigsten, dass der einzelne Gast zufrieden hinausgeht und weitererzählt, dass es ihm geschmeckt hat. Denn im Prinzip ist jeder Gast ein Bewerter. Und Mundpropaganda ist immer die beste.