Sich besser fühlen mit Verzicht. Heilfasten, Diät oder Ernährungsumstellung: Die Möglichkeiten Verzicht zu üben sind vielfältig und individuell.

Von Claudia Christ. Erstellt am 25. Februar 2020 (05:36)
Sonja Lugbauer, Ernährungsexpertin der Initiative Tut gut! aus Purgstall weiß wie eine gesunde, ausgeglichene Ernährung aussieht: „Als alleinige Maßnahme zur Gewichtsreduktion ist das Fasten nicht empfehlenswert. Versteht es sich aber als Bruch mit alten Gewohnheiten, um dann schrittweise in ein gesünderes Essverhalten überzugehen, macht es durchaus Sinn.“
Initiative Tut gut!

Mit dem Faschingsdienstag endet für viele auch die Zeit des überschwänglichen Schlemmens. Fasten ist angesagt.

Eine die sich besonders gut mit Problemen und Fallen beim Fasten auskennt, ist Sonja Lugbauer aus Purgstall. Sie ist von der Initiative “Tut gut!“ und für das Programm „Vorsorge Aktiv“ - Gesundheit zuständig. Dabei werden Personen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko auf dem Weg zu einem gesünderen Lebensstil unterstützt. Die Teilnehmer erhalten wertvolle Tipps und Infos zu den drei Bereichen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit in je 24 Einheiten. In den Ernährungseinheiten geht es um eine ausgewogene Ernährungsweise, die einfach im Alltag umsetzbar ist.

„Es gibt verschiedenste Gründe, warum die Teilnehmer ihre Ernährung umstellen wollen. Viele machen es, weil sie bereits Probleme mit Blutdruck, Gelenken oder stressbedingt durch psychische Belastungen haben“, weiß die Ernährungsexpertin. In der Gruppe ist es einfacher, den inneren Schweinehund zu überwinden, das ist bekannt. „Um Erfolge zu erreichen, unterstützen wir die Teilnehmer unter anderem dabei, ihre Essgewohnheiten zu ändern“, sagt Lugbauer. Dabei können das Intervallfasten (acht Stunden essen, 16 Stunden fasten) oder auch das Weglassen einer Mahlzeit sowie die 5:2-Diät (an zwei Tagen der Woche wird gefastet) eine gute Hilfestellung sein. „Nicht für jeden ist Fasten optimal. Am besten ist es, vorab ärztlichen Rat einzuholen, welche Art des Fastens für einen am besten passt“, sagt Lugbauer.

Wer es nicht gleich so drastisch angehen will, der kann auch durch gezieltes Weglassen von Süßigkeiten zur Kaffeepause oder Zwischenmahlzeiten sowie Wasser statt Limonade schon eine Gewichtsveränderung erreichen und das Wohlbefinden steigern. Doch allein mit einer Ernährungsumstellung ist es nicht getan. Genauso wichtig sind die regelmäßige Bewegung und der Umgang mit dem Alltagsstress. Noch ein Tipp der Expertin: „Schrauben Sie die Erwartungen nicht zu hoch und setzen Sie sich kleine Ziele.“

Die Teilnehmer werden bis zu neun Monate betreut. „Nach Kursende treffen sich viele weiterhin zum Rezepte-Austausch oder Walken“, weiß Lugbauer.

Heilfasten und spirituelle Fastenzeit

Seit 16 Jahren begleitet Fastenleiterin Heide-Marie Galhuber Menschen professionell beim Heilfasten. Ziel der Gruppe ist es, sieben Tage auf Essen zu verzichten und sich nur durch Flüssigkeiten zu ernähren. Vor dem Start werden die Teilnehmer ausreichend informiert. Ein Gesundheitscheck beim Arzt vorab ist anzuraten. „Beim Heilfasten geht es nicht um die Gewichtsabnahme, sondern vor allem darum, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. In dieser Zeit sollte der Fastende Stress vermeiden und sich mit guten Gedanken füllen“, meint Galhuber.

Neue Wege, spirituell in die Fastenzeit zu starten, zeigt der Wieselburger Pfarrer Daniel Kostrzycki auf. Er lädt erstmalig zum Beginn der Fastenzeit zu „Asche to go“ und einem Stadtkreuzweg ein. „Immer mehr ist die Fastenzeit für mich die Zeit, die ich als Geschenk betrachte. Denn da setze ich mich bewusst mit meinem Leben auseinander“, sagt Kostrzycki. Die eigene Mitte und Dankbarkeit findet er beim Lesen der Bibel, aber auch durch Konsumverzicht.

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