Literaturtage Scheibbs: Lesung mit Eva Lugbauer. Herzerwärmende Literatur und Musik bei den Literaturtagen in Scheibbs.

Von Karin Katona. Erstellt am 25. Mai 2021 (15:02)
Lesung "sprache der seele"
Dialekt-Lyrik-Performance mit Eva Lugbauer am ersten Abend der Literaturtage Scheibbs.
Foto: Katona
Katona

Schwer war die Zeit des Lockdowns nicht nur für die Kunstschaffenden, genützt haben viele die stille Zeit auch, um zumindest weiter kreativ zu arbeiten. So sind interessante Dinge entstanden, von denen es einige bei den Scheibbser Literaturtagen am vergangenen Wochenende zu hören gab.

Der Freitagabend begann mit einer Lesung der Wienerin Agnes Schneidewind, von Lyrik, die, wie sie sagte, am besten mit geschlossenen Augen zu genießen sei. Gedichte auf Englisch und Deutsch, schwebend wie im luftleeren Raum, mit immer wieder überraschenden Wendungen und Wortspielen, entstanden während der Corona-Zeit im vergangenen Jahr. Das Künstlerinnen-Duo „Zoat“, bestehend aus Anna Großberger (Klarinette) und Viktoria Hofmarcher (Violine), hat sich in der Corona-Zeit gefunden und vermischt Sprach-, Stimm- und Instrumentalkunst auf satirisch-berührende Weise.

Eva Lugbauer nennt den Dialekt ihre „Seelensprache“ und zeigte eine mitreißende Dialekt-Lyrik-Performance, in der das lyrische Ego alle Stadien der Liebe vom „vaschaun“ (Verschauen) über das „varenna“ (Verrennen) bis zum „vageh“ (Vergehen) durch macht. Übrigens auch der Arbeitstitel ihres Dialekt-Lyrik-Bands, der soeben im Entstehen ist.

Am Samstag nahm Eva Lugbauer ihre Dialekt-Lyrik-Workshop-Teilnehmer mit auf eine Reise zur eigenen Seelensprachen-Suche. Den Schlusspunkt am Samstagabend bildete die Präsentation der zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift „apostrophe“ – ebenfalls ein Corona-Lockdown-Kind.