Scheibbser Literaturtage, neu aufgelegt. Am Freitag und Samstag (21./22. Mai) gibt es in Scheibbs eine geballte Ladung Literatur.

Von Karin Katona. Erstellt am 19. Mai 2021 (04:14)
Eva Lugbauer hält bei den Literaturtagen einen Workshop für Dialektlyrik.
weinfranz, weinfranz

Endlich können „Die Wörter, die Wörter! 2 Tage Literatur in Scheibbs“ am Pfingstwochenende über die Bühne gehen. Die Veranstaltung des Proberaums Scheibbs war ursprünglich im November geplant, musste aber aus den bekannten Gründen leider verschoben werden.

Jetzt darf eine Lesung mit Eva Lugbauer und Agnes Schneidewind, musikalisch untermalt vom Duo ZOAT (bestehend aus Viktoria Hofmarcher und Anna Großberger), den lang ersehnten Kulturstart in Scheibbs am 21. Mai einläuten.

Am zweiten Tag findet ein Dialektlyrik-Workshop mit Eva Lugbauer statt. Abends wird – statt der traditionellen „offenen Bühne“ die zweite Ausgabe der „apostrophe – Zeitschrift für Literatur“ präsentiert sowie die dazugehörige Ausstellung eröffnet. Dabei werden an mehreren Standorten in der Scheibbser Innenstadt Texte aus dem Heft öffentlich ausgestellt und interaktiv zugänglich gemacht.

Die verschiedenen Installationen, bei denen die Texte zum Leben erweckt werden, sollen zum kurzen Verweilen an den jeweiligen Orten in Scheibbs einladen (Link zur Ausstellung: www.proberaumscheibbs.com/ausstellung ). „Wir nennen die Veranstaltung ‚Literaturtage Reloaded‘, weil es eine an die Covid-Sicherheitsregeln angepasste Veranstaltung ist“, erklärt Anna Hengstberger vom Veranstalter Proberaum Scheibbs.

Auch die Literaturzeitschrift „apostrophe“, deren zweite Ausgabe am zweiten Abend des Festivals vorgestellt wird, sei ein „Kind“ der Corona-Zeit, sei in der Zeit des Lockdowns gegründet worden.

Dialektlyrik: Schreiben, um gehört zu werden

„Faschaun farenna fagee“ ist der Titel der lyrischen Sprechperformance der Purgstaller Autorin Eva Lugbauer, die in Wien lebt. Am Freitag, 21. Mai steht sie im Kulturportal Scheibbs vor dem Publikum. Dialekt, sagt Lugbauer, sei vor allem ein mündliches Sprach-Phänomen, die Lyrik die musikalischste aller literarischen Gattungen. „Logisch, dass man diese Gedichte nicht einfach lesen kann. Mit einer Lesung würde man dem nicht gerecht. Ich bereite mich auf die Performance vor, indem ich Gedichte wie ein Musikstück übe. Dialektlyrik feiert die Musik der Sprache.“

„Faschaun farenna fagee“ ist auch der Arbeitstitel eines Dialektlyrik-Bands von Eva Lugbauer, an dem sie im Moment arbeitet. „Am Anfang ist das Verlieben, das faschaun. Am Ende ist das Vergehen, das fagee. Dazwischen viel Verlaufen, also farenna“, erklärt Eva Lugbauer den Titel.

Am Samstagnachmittag leitet die Autorin im Rahmen der Literaturtage den Dialektlyrik-Workshop „Schreiben, um gehört zu werden“. Dabei geht es, wie Eva Lugbauer sagt, um ihre eigene, sehr individuelle Herangehensweise an Dialektlyrik, „weit abseits von Heimatgedichten“. Die Teilnehmer werden auf Impuls und mit Input von Lugbauer, eigene Texte verpassen, als Inspiration gibt es auch Texte anderer Dialektlyrik-Autoren. „Es soll viele Anregungen geben, wie Schreiben in Fluss kommt und Worte von innen nach außen transportiert“, verspricht Lugbauer.