Eveline Sollböck ist die Frau unter 56 Florianis. Eveline Sollböck bringt erstmalig Frauenpower in die Feuerwehr Lunz.

Von Claudia Christ. Erstellt am 28. Mai 2019 (04:15)
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Martin Ploderer

Schläuche koppeln und den Hindernisparcours in Windeseile durchlaufen, das ist für Eveline Sollböck keine große Sache. Die 37-Jährige ist seit Kurzem die erste Frau, die sich bei der Feuerwehr Lunz als aktives Mitglied in den Dienst der guten Sache stellt. Egal, ob bei Wettkämpfen oder Noteinsätzen, wenn sie gebraucht wird, schlüpft die zweifache Mutter und Kellnerin in ihre Feuerwehr-Uniform. „Für mich war der Beitritt zur Feuerwehr nur eine logische Schlussfolgerung, denn mein Mann ist ebenfalls aktives Mitglied und meine Kinder wollen auch beitreten, wenn wir in einiger Zeit eine aktive Feuerwehrjugend aufgestellt haben“, erzählt sie. Und genau an diesem Punkt, nämlich bei der Nachwuchsarbeit will die gebürtige Schweizerin ansetzen. Sie hat es über eine Freundin aus Göstling nach Lunz verschlagen, wo sie ihren Ehemann kennenlernte. Ihre Aufgaben und ehrgeizigen Ziele bei der Feuerwehr erklärt Sollböck so: „Ich werde in den nächsten drei Jahren die Ausbildungskurse bis hin zum Jugendleiter absolvieren“.

Bis dahin wird sie auch bei den regelmäßigen Evakuierungsübungen in den Schulen mithelfen und die Kindergartenkinder über die Aufgaben und Tätigkeiten der Feuerwehr informieren. „Bei Einsätzen und den Wettkämpfen bin ich natürlich auch immer mit dabei“, sagt sie. Von ihren 55 männlichen Kollegen wurde Sollböck sehr gut aufgenommen – ist sie doch keine Unbekannte. „Ich habe meinen Mann schon immer zu den Bewerben begleitet. Jetzt bin ich halt keine Rucksackträgerin mehr, sondern eine Schlauchträgerin“, scherzt sie, und möchte ein Vorbild sein für das weibliche Geschlecht, denn neue Mitglieder sind in den Lunzer Feuerwehrreihen immer willkommen. „Wir sind glücklich, dass wir nun auch weibliche Unterstützung bekommen haben“, betont Kommandant Johann Simetzberger und hofft, künftig wieder mehr neue Mitglieder in seiner Wehr willkommen heißen zu können. „Es könnten auch noch einige Frauen mehr sein, denn rund zwei Drittel unserer Mitglieder arbeiten im Schichtdienst und sind bei Einsätzen am Tag oftmals nicht verfügbar“, betont er.

„Mein Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren die Ausbildungskurse bis hin zum Jugendleiter zu absolvieren.“ Eveline Sollböck

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