Veränderungen stehen im Bezirk Scheibbs an

Von 2. bis 30. Jänner wählen die 27 Feuerwehren des Bezirks ihre Kommandos neu – auf coronakonforme Art.

Erstellt am 30. Dezember 2020 | 04:05
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FF-Bezirkskommandant Franz Spendlhofer im NÖN-Videointerview mit Christian Eplinger über die bevorstehenden Feuerwehrwahlen und ein schwieriges Feuerwehrjahr 2020.
Foto: Eplinger

Alle fünf Jahre stellen sich die Feuerwehrkommandanten auf allen Ebenen ihren Mitgliedern zur Wahl. 2021 ist es wieder soweit. Wenngleich es eine Wahl, wie sie 2021 ablaufen wird, bisher bei der Feuerwehr noch nicht gegeben hat. Statt der üblichen Mitgliederversammlungen, in die der Wahlvorgang eingebettet ist, wird coronakonform zu eigenen Wahlveranstaltungen geladen. Wahlvorschläge sind bis eine Woche vor der Wahl an den jeweiligen Bürgermeister, der als Wahlleiter agiert, zu übermitteln. Die Mitglieder der Wehren kommen aufgeteilt auf mehrere Etappen nur zur Stimmabgabe ins Wahllokal. Dort wird nur die Wahlkommission vor Ort sein. Auch die Vertreter von Bezirks- oder den Abschnittskommandos bleiben so wie weitere Vertreter des öffentlichen Lebens der Wahlversammlung fern.

„Es ist eine etwas eigenartige Situation, bei der leider wie so oft im abgelaufenen Jahr die Kameradschaftspflege und das persönliche Gespräch zu kurz kommen. Aber anders ist es derzeit nicht machbar“, weiß FF-Bezirkskommandant Franz Spendl hofer aus Gaming im NÖN-Gespräch. Spendlhofer selbst wird übrigens für eine weitere Periode in dieser Funktion – seine zweite – kandidieren.

Die ersten Wahlen auf Gemeindeebene gehen im Bezirk am 2. Jänner bei den Feuerwehren in Puchenstuben und Randegg über die Bühne. Am 30. Jänner werden die Feuerwehren Feichsen und St. Georgen/Leys das Wahlprozedere auf lokaler Ebene beschließen.

In 17 Kommandos gibt es Änderungen

Dabei stehen bei 17 der 27 Wehren des Bezirks voraussichtliche Änderungen im Kommando am Programm. „Es gibt einige Kommandanten oder Stellvertreter, die aus Altersgründen – 65 Jahre ist das oberste Limit – nicht mehr kandidieren werden, bei anderen hat sich beruflich oder privat etwas verändert. Aber meines Wissens wird es bei allen Wehren einen geordneten Übergang geben“, rechnet Spendlhofer mit vielen Veränderungen, aber keinen Überraschungen. Neue Kommandanten soll es unter anderem auch bei den Wehren in Wieselburg, Purgstall und Gaming geben.

Den Abschluss auf Bezirksebene bildet am 27. Februar ein Wahlkonvent, bei dem alle Unterabschnitts- und Abschnittskommandos sowie das Bezirkskommando durch die 27 FF-Kommandanten und ihre Stellvertreter gewählt werden. „Diesen Konvent haben wir aktuell schon als normale Versammlung geplant – allerdings in einem größeren Rahmen, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten und gegebenenfalls mit Schnelltests vor dem Beginn des Konvents“, erklärt Spendlhofer.

In den Abschnitten und auf Bezirksebene werden zwei bekannte Gesichter nicht mehr kandidieren. Bezirkskommandant-Stellvertreter Andreas Kurz aus Scheibbs und Abschnittskommandant Richard Essletzbichler von der FF Neustift (Großes Erlauftal) verzichten auf eine neuerliche Kandidatur. „Zehn Jahre sind genug. Es war eine sehr intensive Zeit für mich“, erklärt Kurz, der auch sein Amt als Kommandant-Stellvertreter in Scheibbs (seit 2016, zuvor zwei Perioden Kommandant) niederlegen wird. Auch Richard Essletzbichler will nach 20 Jahren als Kommandant der FF Neustift und zehn Jahren als Abschnittskommandant, Platz schaffen „für neue Ideen. Man erschöpft sich nach so vielen Jahren“, sagt Essletzbichler, der dem Bezirksführungsstab aber als Kommandant des Katastrophen-Hilfs-Dienstes (KHD) erhalten bleibt.

"Man erschöpft sich nach so vielen Jahren“

Insgesamt blickt Spendlhofer auf ein schwieriges Feuerwehrjahr 2020 zurück. Zwar sind die Einsätze trotz Corona-Hilfsdiensten insgesamt etwas rückläufig und die Zahl der aktiven Mitglieder bei den 27 Wehren steigend (vor allem etliche Überstellungen von der FF-Jugend), dennoch war 2020 geprägt von vielen Absagen und den erhöhten Corona-Schutzmaßnahmen bei den Einsätzen. „Es gab zwar einige Coronafälle und Absonderungsbescheide unter den FF-Mitgliedern, aber die Einsatzbereitschaft aller Wehren war bei uns stets gegeben“, weiß Spendlhofer.

Neujahrssammlungen nur postalisch

Viele Übungen, Versammlungen, Feste und jetzt auch noch die traditionellen Hausbesuche mussten coronabedingt abgesagt werden. Die meisten Wehren schicken ihre Jahresberichte per Post an die Haushalte – inklusive Erlagschein – und hoffen auf die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung. „Natürlich nagt dies alles neben der gesellschaftlichen Ebene auch an den finanziellen Mitteln der Wehren“, weiß Spendlhofer. Manche Investitionen müssten verschoben werden, wenngleich der NPO-Fonds des Bundes einiges abgefangen und man in den Gemeinden trotz Corona nach wie vor einen starken Partner habe.

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