Gesamte Produktion ab August in Scheibbs. Firma Queiser bündelt Produktion und Mitarbeiter im Scheibbser Werk. Standort in Wieselburg schließt mit Ende Juli. Gebäudenachnutzung ungewiss.

Von Christian Eplinger. Update am 29. Juli 2020 (12:02)
Der 2010 von der Druckerei Radinger erworbene Standort in Scheibbs wird mit August der alleinige Produktionsstandort der Queiser GmbH.
Queiser

Es ist eigentlich ein unüblicher Weg, den die Druckerei Queiser beschreitet. Denn die meisten Wirtschaftsunternehmen zieht es eher aus dem Süden des Bezirks in den Norden. Bei Queiser ist das anders. Dort wird mit Ende Juli der 2011 von der Firma Lahnsteiner erworbene Standort Wieselburg geschlossen. Man bündelt die gesamte Produktion im 2010 von der Druckerei Radinger gekauften Scheibbser Firmenstandort.

„Ehrlich gesagt hat das in erster Linie mit dem Platzangebot zu tun. In Wieselburg platzen wir aus allen Nähten, können uns aber nicht mehr wirklich erweitern. In Scheibbs dagegen steht uns ein 7.000 m großes Areal zur Verfügung, von dem die Hälfte mit unserem dreigeschoßigen Gebäude verbaut ist. Da haben wir Platz in Hülle und Fülle und können endlich alle Kräfte an einem Produktionsstandort bündeln. Davon erhoffen wir uns wesentliche Synergieeffekte für alle Bereiche“, erklärt Stefan Ramharter, Geschäftsführer und Eigentümer der Queiser GmbH.

Der Standort in Wieselburg  wird geschlossen.
Eplinger

Dieses Zusammenziehen der Produktion sei aber keine Folge von Corona, betont Ramharter, sondern schon viel länger in den Köpfen herumgeschwirrt. „Natürlich hat sich Corona auch bei uns in gewissen Bereichen wie Drucksorten oder dem Messebau wirtschaftlich niedergeschlagen. Dennoch war dieser Schritt seit Anfang 2020 geplant. Jetzt im Sommer ist für uns die beste Zeit für die Übersiedelung“, weiß Ramharter, der seine Mitarbeiter Ende Mai aus der Kurzarbeit zurückgeholt hat.

Amstetten bleibt als Anlaufstelle bestehen

In Scheibbs werden künftig 32 Mitarbeiter, neun davon aus Wieselburg, sitzen. Der Bereich Werbetechnik (inklusive Textil- und Foliendruck, Autobeschriftung, Schildermanufaktur, Lichtwerbung und Messebau) wandert nach Scheibbs und ergänzt dort die bisherigen Digital- und Offsetdruckbereiche. Der Standort Wieselburg wird komplett geschlossen. Der Standort Amstetten bleibt als Anlaufstelle für Kunden für Aufträge jeglicher Art und für Tagesdrucksorten bestehen.

„Wir erhoffen uns dadurch schon wesentliche Synergieeffekte“, erklärt Stefan Ramharter.
Queiser

„Wir haben kurz überlegt, ob wir Wieselburg als Anlaufstelle belassen, aber dann haben wir uns dagegen entschieden. Das macht auf lange Sicht keinen Sinn“, sagt Stefan Ramharter.

Das Gebäude und das 2.150 m große Areal in Wieselburg befinden sich im Eigentum der Queiser GmbH. Ramharter will dies einer neuen Nutzung zuführen. „Wir sind für alles offen. Das Gebäude ist in Top-Zustand, hat drei Geschoße mit über 200 m Bürofläche und große, ebenerdige Produktionsflächen, Lkw-Zufahrt und Kundenparkplätze. Ich hoffe, dass wir hier bald eine gute Nachnutzung finden“, sagt Ramharter.