Scheibbser Lehenhof: Ein Ort, der Sicherheit gibt

Erstellt am 23. März 2022 | 04:59
Lesezeit: 3 Min
30 Vertriebene aus Kiew haben derzeit ihren sicheren Zufluchtsort im Scheibbser Lehenhof gefunden.
Werbung

Draußen Kinder, die mit dem Rad im Hof ausgelassen ihre Runden drehen. Drinnen Mütter, denen die Sorgen und Ängste ins Gesicht geschrieben sind. Das Handy als einzige Verbindung zu Eltern und Ehemännern in der Heimat immer parat. Und dann ein kleines Lächeln.

Seit mehr als einer Woche haben 30 Vertriebene aus Kiew weit weg vom Krieg in der Heimat hier einen Zufluchtsort gefunden. Hier kommen sie erstmals nach ihren schrecklichen Erlebnissen zur Ruhe. „Es spielt sich langsam alles ein. Wir erwarten die nächsten Ankommenden bereits am kommenden Montag“, sagt Christine Dünwald-Specht vom Verein „Brücke Scheibbs“. Gemeinsam mit einem Team von Freiwilligen hat der Verein das Heim für die Flüchtlinge innerhalb einer Woche aus dem Boden gestampft. Die Versorgung mit Mahlzeiten hat vorerst an den meisten Tagen das Landesklinikum übernommen. Das soll sich aber bald ändern, „denn die Frauen wollen etwas tun und selbstständig arbeiten. Deshalb wollen wir Kochgruppen bilden, damit sie ihre Mahlzeiten selbst zubereiten können“, informiert Dünwald-Specht. Jetzt sei es wichtig, dass sich die Neuankömmlinge so rasch wie möglich in Scheibbs integrieren. Das größte Problem dabei stellt die Sprachbarriere dar, denn die Frauen können kein Englisch, und oftmals sind einfache Dinge nur mittels Übersetzungs-App zu lösen. Deshalb werden sobald wie möglich gemeinsam mit dem Verein „Willkommen“ Deutschkurse organisiert. „Wichtig ist, dass die Mütter so bald wie möglich Beschäftigung finden, und die Kinder in die Schule gehen können“, meint Dünwald-Specht. Gespräche mit dem Schulqualitätsmanager wurden bereits geführt.

Die Frauen sind sehr interessiert an der Geschichte des Lehenhofes und auch an der Stadt Scheibbs selbst. Demnächst sollen Stadtführungen den Vertriebenen für mehr Orientierung verschaffen.

Mittels Dienstplan der zahlreichen Freiwilligen ist auch während der Nacht die Betreuung gewährleistet. Dieses Ehrenamt hält den Lehenhof am Leben und natürlich die vielen Unterstützer. „Neben den vielen Helfern und Engagierten, die uns mit Essen, Spenden und ihrem Engagement unterstützen, möchte ich mich besonders bei der Firma Welser für eine sehr großzügige Geldspende bedanken.“ Generell sei die parteiübergreifende Zusammenarbeit hier vorbildlich.

Aktuell werden im Lehenhof Schwimmbekleidung für die Frauen und Kinder benötigt. Aber auch Schulsachen wie Hefte, Stifte und Schultaschen, Handarbeitsmaterial (Wolle, Strick- und Häkelnadeln) sowie Güter des täglichen Bedarfs (Shampoo, Kinderduschgel, Deos, Damenrasierer).

Werbung