Segelflieger in Wolfpassing auf Medaillenjagd. Staatsmeisterschaften und Nationaler Bewerb gehen am Wochenende am Flugplatz Unterstampfing über die Bühne.

Von Anna Faltner. Erstellt am 05. August 2021 (05:38)
Flugplatz Unterstampfing - Wolfpassing: Piloten auf Podestjagd in der Luft
Mit den unterschiedlichsten Modellen wird am Flugplatz in Unterstampfing trainiert und um Stockerlplätze bei den Bewerben gerittert. Gerhard Reschinsky (links) ist im Team Österreich und setzt dieses Mal aus. Erich Moser (2. von links) geht am Sonntag an den Start, Andreas Puchinger (3. von rechts) und Franz Riegler (rechts) fliegen bei „den Großen“ am Samstag mit.
Anna Faltner

Mit bis zu 350 km/h sausen die knapp zwei Kilo schweren Modellbauflieger über den Zarnsdorfer Flugplatz. Momentan vielleicht sogar öfter als sonst, denn einige Mitglieder des MBC Erlauftal bereiten sich gerade intensiv auf das kommende Wochenende vor. Da gehen nämlich die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Elektro-Segelmodellfliegen (Samstag) und der Nationale Wettbewerb samt Landesmeisterschaft der Klasse RC-MS (Sonntag) über die Bühne.

„Wir haben in Österreich ein sehr starkes Teilnehmerfeld, das in den letzten Jahren immer schon an der Weltspitze mitfliegt“, erzählt Franz Riegler stolz. Der Ybbsitzer organisiert die Staatsmeisterschaften und peilt selbst als Pilot einen Stockerlplatz an. An die 20 Teilnehmer aus ganz Österreich gehen in zwei Klassen (international und national) an den Start. Riegler fliegt in der internationalen Klasse.

Vor Wettbewerb wird fast täglich trainiert

Dieser Wettbewerb setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem 200 Sekunden andauernden Streckenflug sowie dem zehnminütigen Thermikflug (Segeln ohne Motor). Eine Strecke beim Streckenflug ist 150 Meter lang. „Die muss so oft wie möglich überflogen werden. Für jede Strecke gibt es Punkte“, erklärt Riegler. Punkte- und Landerichter bewerten auch den Flug und natürlich die Landung.

Die Segelflugzeuge mit Elektromotor haben eine Spannweite von rund zwei Metern, wiegen etwa eineinhalb Kilo und haben eine Motorleistung von bis zu sieben Kilowatt. So wie das von Andreas Puchinger. Der Wieselburger fliegt bereits seit 2016 bei Bewerben mit, am Samstag startet er in der nationalen Klasse bei den Staatsmeisterschaften.

Flugplatz Unterstampfing - Wolfpassing: Piloten auf Podestjagd in der Luft
Mit dem Start beginnt die Stoppuhr zu zählen. 22 Sekunden sind Zeit, dann muss der Motor abgestellt sein. Für Erich Moser beginnt in seiner Klasse dann der fünfminütige Segelflug, der genau bewertet wird.
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Regelmäßiges Training ist da wichtig. Vor einem Wettbewerb sogar fünf bis sieben Mal pro Woche. „Oft machen wir das gleich in der Früh vor der Arbeit, oder eben danach. Wenn man sein Niveau halten und ausbauen will, sollte man schon oft trainieren“, erzählen die beiden Piloten. Reaktion, Konzentration und Sehkraft sind die wichtigsten Indikatoren. „Man muss selbst das Maximum aus sich selbst und dem Modell herausholen“, betont Riegler.

Den zweiten Bewerb der Klasse RC-MS am Sonntag organisiert Erich Moser. Sein Modellflugzeug misst vier Meter und fliegt etwas langsamer. Nach dem Start (der Pilot wirft sein Flugzeug in die Luft) darf der Motor nur 22 Sekunden laufen, dann wird fünf Minuten gesegelt. „Dann muss der Pilot die Landung ankündigen und genau auf seinem Landekreis landen. Dazu gehört auch eine schöne Rutschphase“, schildert Moser. Bei beiden Bewerben gibt es mehrere Durchgänge, das schlechteste Ergebnis wird danach gestrichen. „Jedes Modell hat ein Datenlogo. Man darf pro 100 Gramm nur sechs Watt verbrauchen. Da gilt es einige Regeln einzuhalten“, ergänzt Moser.

Die Flugzone ist übrigens genau abgegrenzt, die Flieger bewegen sich meist im Umfeld von 500 Metern des Piloten.