Bezirk Scheibbs: Radboom wichtig für Tourismus. Der Ybbstalradweg ist bei Schönwetter ein Segen für Touristiker. Großes und Kleines Erlauftal sollen nun nachziehen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:23)
Der Ybbstalradweg ist eine Erfolgsgeschichte. Der durch Corona zusätzlich noch verstärkte Radboom macht das Flussradeln noch beliebter. Foto: Doris Schwarz-König/mostviertel.at
Doris Schwarz-König/mostviertel.at

Am vergangenen völlig verregneten Wochenende war es auch am Ybbstalradweg ruhig. Bei diesem Wetter fuhren nur die Hartgesottensten mit dem Rad aus. Anders ein Wochenende davor.

„Wir hätten am Wochenende 13./14. Juni wahrscheinlich auch 400 Betten voll bekommen.“Dominik Daurer vom Zellerhof in Lunz am See

„Was sich am Samstag, 13. Juni, bei uns abgespielt hat, war enorm. Die Tourismusbetriebe in Lunz waren völlig ausgebucht. Unsere 80 Betten waren voll belegt. Wir hätten an diesem Wochenende wahrscheinlich aber auch 400 Betten voll bekommen. Das Radfahren boomt und der Ybbstalradweg ist dabei ein großer Renner“, weiß Dominik Daurer vom Zellerhof in Lunz am See.

An diesem 13. Juni waren auch drei Radtaxis der Familie Daurer rund um die Uhr unterwegs. „Die Telefone haben pausenlos geklingelt und wir haben uns mit der Familie Esletzbichler abgesprochen, damit unsere Autos immer möglichst voll waren“, schildert Daurer, der trotz Hochbetrieb des Ybbstal-Radtaxis feststellt, dass sich die vielen Gästenachfragen auf einen Rundkurs beziehen.

„Das E-Bike macht es möglich, dass weitaus weitere Strecken zurückgelegt werden können und auch Berge kein Problem sind. Vielen genügt da die 55 Kilometer lange Strecke zwischen Lunz und Waidhofen nicht mehr“, weiß Daurer.

Ybbstalradweg ist eine „Erfolgsgeschichte“

Das bestätigt auch Herbert Zebenholzer, Geschäftsführer der Ybbstaler Alpen. „Der Rad- und E-Bike-Boom haben dazu geführt, dass auch immer mehr Radtouristen große Touren verbinden und der Ybbstalradweg eine Tagesetappe einer großen Radtour wird“, schildert Zebenholzer, der den 2017 eröffneten Ybbstalradweg als absolute Erfolgsgeschichte bezeichnet, der die Tourismussaison in der Region neben dem Wandern wesentlich verlängert hat. Rund 60.000 Radfahrer sind laut Zählstellen jährlich am Ybbstalradweg unterwegs.

Dass das Flussradeln ein großes Thema für das Freizeitradeln geworden ist, weiß auch Eisenstraße-Geschäftsführer Stefan Hackl. „Wir wollen dieses Thema daher auch im Großen und Kleinen Erlauftal weiterziehen und hier neue Raderlebnistouren schaffen. Mit dem bestehenden Ötscherland- beziehungsweise Meridianradweg haben wir ja schon eine gewisse Infrastruktur. Für diese soll nun das Ybbstalradweg-Konzept adaptiert werden“, erklärt Hackl.

Übrigens: Auch die ÖBB hat dem Erfolg des Ybbstalradweges Rechnung gezahlt. Der Ybbstalradweg mit dem Bahnhof Waidhofen/Ybbs wird im Programm des Einfach-Raus-Wochenend-Tickets seitens der ÖBB entsprechend beworben.

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