Lunz am See: Sommerfrische, beliebt einst wie jetzt

Erstellt am 17. Juli 2022 | 12:54
Lesezeit: 3 Min
Lunz am See gilt bereits seit 1880 als perfekter Ort zur Erholung. Heute nächtigen an die 25.000 Sommerfrischler jährlich im idyllischen Bergdorf.
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Sommerfrische ist dort, wo der kühle See die Lebensgeister weckt, die Natur auf Entdecker wartet und einen die Kultur umarmt. Der Lunzer See kann all das, heute wie in früheren Zeiten schätzen die Gäste des Bergdorfs die Gegend um den herrlichen See, der inmitten der malerischen Bergwelt liegt.

Bereits 1810 kam Kaiser Franz I. mit seinen engsten Vertrauten hierher. Mit den stillgelegten Eisenhämmern hielt auch der Fremdenverkehr in Lunz Einzug. Josef Haber-felner war der erste Postmeister von Lunz und gilt als einer der Hauptbegründer des hiesigen Fremdenverkehrs. Er war als Geologe und Entomologe in ganz Europa bekannt. Sein Ruf als Heimatforscher wirkt heute noch nach. Durch ihn kamen viele berühmte Sommergäste hierher. Unter ihnen befanden sich Mitglieder der Hofoper und des Burgtheaters. Die berühmte Schauspielerin Rosa Papier, die Opernsänger Streitmann, Schröder, Schittenhelm, die vier Geschwister Rattner, Ballettsterne der Oper, Leo Slezak, die Komponisten Hellmesberger und Koschat sind nur einige der ersten, berühmten Sommerfrischler, die jeden Sommer kamen und monatelang blieben.

Mit der Eröffnung der Ybbstalbahn zwischen Lunz und Kienberg am 12. November 1898 begannen hier die großen Veränderungen. Der Ort erhielt eine neue Schule, ein Elektrizitätswerk, eine Wasserleitung. Der Fremdenverkehr nahm ständig zu. Überwiegend waren es Wiener, die hierher kamen. Deren Eltern waren noch mit der Postkutsche über den Grubberg gefahren, die junge Generation kam mit der schmucken Ybbstalbahn angerollt.

1902 ließ die Herrschaft Kupelwieser, immer zur Wahrung der Interessen des Ortes bereit, eine Trinkwasserleitung bauen und nach dem Ersten Weltkrieg, als auch die Autobusse modern wurden, erlebte Lunz sogar eine große Zeit. 1936 wurden nicht weniger als 3.168 Personen gezählt, die hier zu Urlaub weilten. Und rund die Hälfte der 2.300 Einwohner von Lunz lebten direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr. 1956 bei der Markterhebung waren es schon an die 45.000.

Damals wie heute erfreut sich der Ort uneingeschränkter Beliebtheit. Mehr noch, der Sommerfrische wird aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahren ein wahrer Boom vorausgesagt.

Aus „Lunz 1900–1999“ und Berichten aus Aufzeichnungen von Elisabeth Krauss-Kassegg.

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