„Für Landwirte geht es um sehr viel Geld“. Nach 26 Jahren: neue Feststellung der Einheitswerte aller Grundeigentümer land- und forstwirtschaftlicher Flächen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:53)
Auf Bauernkammer-Sekretär Hans Hell und seinen Mitarbeiter Alfred Fallmann kommt in den nächsten Wochen jede Menge Aufklärungsarbeit zur Feststellung der neuen Einheitswerte zu.
NOEN, Eplinger

Laut Gesetz sollten die Einheitswerte der land- und forstwirtschaftlichen Flächen alle neun Jahre neu festgestellt werden. In Österreich nahm man das in den letzten Jahrzehnten aber nicht so genau. So geht die letzte Einheitswertfeststellung, die der Gesetzgeber verordnen und das Finanzamt durchführen muss, auf 1988 zurück.

„Zuletzt gab es aber immer mehr Verwaltungsgerichtshof-Entscheide, bei denen die Obersten Richter die Einheitswerte nicht mehr als taugliche Bemessungsgrundlage anerkannt haben. Daher ist der Gesetzgeber jetzt aktiv geworden“, erklärt der Scheibbser Kammersekretär Hans Hell.

„Bei uns sind rund 2.600 Grundeigentümer betroffen"

Damit sollen heuer alle Einheitswerte vom Finanzamt neu festgesetzt werden. Ein enormer Aufwand, immerhin gibt es rund 600.000 Einheitswert-Aktenzeichen in ganz Österreich. „Bei uns im Bezirk Scheibbs sind rund 2.600 Grundeigentümer betroffen, wobei wir rund 2.000 Adressen kennen. Denn das sind praktizierende Land- oder Forstwirte“, weiß Hell.

Aber die Erklärungen, die in den nächsten Tagen per Post ausgeschickt werden und entweder manuell oder via Finanz-Online ausgefüllt werden können, gehen an alle Grundeigentümer. Auch an jene, die ihre Flächen womöglich nur verpachtet haben. Die Erklärungsformulare sind von den Landwirten auszufüllen und binnen acht Wochen an das Finanzamt zurückzusenden.

„Wir wollen genau informieren und aufklären"

Grundeigentümer unter fünf Hektar landwirtschaftlicher oder unter zehn Hektar forstwirtschaftlicher Nutzfläche erhalten kein Erklärungsformular. „Hier werden Grundwerte hergenommen und einfach ein Bescheid ausgestellt, der natürlich – falls er wirklich nicht passen sollte – auch beeinsprucht werden kann“, weiß Hell, auf den gemeinsam mit Alfred Fallmann in den nächsten Wochen zahlreiche Informationsveranstaltungen in den Gemeinden zukommen.

„Wir wollen genau informieren und aufklären. Es braucht sich niemand vor den Erklärungen zu fürchten. Aber es gilt, auch teilweise Unterlagen zu beschaffen. Hier gibt es eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Vermessungsamt“, erklärt Hell, der weiß, dass es für die Land- und Forstwirte insgesamt um viel Geld geht. „Die Einheitswerte sind die Bemessungsgrundlage aller Bereiche – von den Steuern und Abgaben bis hin zum Sozialversicherungsbetrag oder der möglichen Studienbeihilfe“, sagt Hell.

Übrigens: Steuerrechtlich gilt der neue Einheitswert erst ab 1. Jänner 2015, für die Sozialversicherung überhaupt erst ab 1. Jänner 2017.
 

Gemeinde-Informationstermine

Gaming: GH Wia z‘Haus am Teich, Kienberg, 23.6., 19.30 Uhr

Göstling: GH Mandl-Scheiblechner, 24.6., 9 Uhr

Gresten: Pfarrheim, für KG Oberamt und Gresten-Markt, 24. 6. 9 Uhr; für alle anderen KG, 24. 6., 19.30 Uhr.

Lunz am See: GH Zellerhof, 25. 6., 9 Uhr.

Scheibbs: Mostheuriger Fenzl, 25.6., 19.30 Uhr.

Oberndorf: Mostheuriger Wurzenberger, für KG Hub, Lehen und Oberndorf: 27.6., 8.30 Uhr; für alle restlichen KGs: 27.6., 19.30 Uhr.

Wang: Josefiwirt, 27.6., 8.30 Uhr.

Wolfpassing: GH Weginger, 27.6., 19.30 Uhr.

Purgstall: GH Prinz: für die KGs Söllingerwald, Rogatsboden, Sölling: 30.6. 8.30 Uhr;für alle andere KGs: 30.6., 19.30 Uhr.

Reinsberg: GH Stadler, 1.7., 8.30 Uhr.

St. Georgen/Leys: GH Hueber, 1.7., 19.30 Uhr.

Puchenstuben: GH Hallerhof, 2.7., 9 Uhr.

St. Anton/J.: GH Wia z‘Haus am Teich - Kienberg, 3.7., 8.30 Uhr.

Steinakirchen: GH Aigner, für die KGs Lonitzberg und Ernegg: 4.7., 8.30 Uhr; für alle anderen KGs: GH Gasslhof, 3.7., 19.30 Uhr.

Wieselburg: GH Plank, 4.7., 19.30 Uhr.

Randegg: GH Obermüller, 10.7., 19.30 Uhr.