Gaming

Erstellt am 26. Juni 2018, 05:00

von Christian Eplinger

Bäume scheiden Geister. Während Betreiber des neuen „Kauf-Z-Haus“ zwei Ahornbäume zugunsten von Parkplätzen umschneiden wollen, kommt von Bürgermeisterin Gruber ein striktes Nein.

Um diesen Vorplatz vor dem neuen „Kauf-Z-Haus“ (Gebäude hinter den Bäumen) geht es. Zumindest die beiden linken Ahornbäume sollten nach Wunsch der Unternehmer fallen. Von Bürgermeisterin Renate Gruber kommt dazu aber ein striktes Nein. Eplinger  |  Eplinger

In wenigen Wochen soll das neue „Kauf-Z-Haus“ im Gaminger Marktzentrum seine Pforten öffnen. Dann wird dort ein kleines, feines Einkaufszentrum mit vier Geschäften – der Trafik Franz Geppl, Monis Foto-, Papier-, Schreib- & Spielwaren, Angie Regional- & Genussladen samt Bäckerei-Café Czihak sowie Blumen Mayrhofer – entstehen. „Wir warten nur mehr auf einige Genehmigungen und Atteste. Mitte bis Ende Juli wollen wir aber eröffnen“, erklärt Farshid Ameri, einer der Geschäftsführer der GaWi GmbH, die das Gebäude gekauft und umgebaut hat und auch das Kauf-Z-Haus betreiben wird.

Doch seit der Vorwoche fühlen sich die beteiligten Unternehmer von der Gemeinde – oder besser gesagt von Bürgermeisterin Renate Gruber (SPÖ) – vor den Kopf gestoßen. Denn während es in einigen Besprechungen und Begehungen mit der Gemeinde immer geheißen hätte, die Ahornbäume am dortigen Platz werden umgeschnitten, um Parkplätze für das neue Kaufhaus zu machen, sieht die Situation jetzt ganz anders aus.

„Die Bäume bleiben stehen. Ich bin der Bevölkerung verpflichtet. Es haben mich sehr viele Gaminger aller Altersstufen darauf angesprochen, dass dieser Platz als Begegnungszone für sie sehr wertvoll ist. Ohne die Bäume würde er enorm an Charakter verlieren. Das will ich nicht“, betonte Renate Gruber gegenüber der NÖN.

Gruber: „Haben genug Parkplätze im Umfeld“

Außerdem sei die Einfahrt dort beim Pranger zu knapp bemessen, um gefahrlos mehrere Parkplätze zu errichten. Und eine Parkplatzeinfahrt über die B25 sei verkehrstechnisch nicht machbar. „Den vorhandenen Behindertenparkplatz soll es weiter geben. Dazu wollen wir ein oder zwei Parkplätze für kurze Ladetätigkeiten schaffen. Ansonsten sind aber genug Parkplätze im unmittelbaren Umfeld vorhanden“, sagt Gruber.

Das sehen die Geschäftsbetreiber und die GaWi-Gesellschafter naturgemäß anders. „Ein Parkplatz ist für jedes Geschäft immens wichtig“, betont Thomas Czihak. Sie zeigen sich auch enttäuscht von dieser „Kehrtwendung der Gemeinde, weil der Vorschlag, die Bäume zu roden ja keine Forderung von uns war, sondern ursprünglich von der Gemeinde gekommen ist“, sagt Franz Geppl. Und was die Begegnungs- und Ruhezonen betrifft, gäbe es im unmittelbaren Umfeld mit dem Innenhof beim Rathaus oder vor dem Haus der Begegnung ohnehin genug, erklärt Thomas Czihak.

Ameri: "Hoffen auf Einlenken"

Gemeinsam wollen die Unternehmer jetzt nochmals einen neuen Vorschlag unterbreiten. Dabei könnte einer der drei Bäume stehen bleiben. Auch die Tischgruppe müsste nur etwas Richtung Rathaus verrückt werden. „Wir hoffen noch auf ein Einlenken. Denn alles andere ist eine gewisse Hiobsbotschaft für uns so knapp vor dem Start. Immerhin haben wir sehr viel investiert“, sagt Farshid Ameri.

„Wir werden den Platz und das Umfeld so gestalten, dass alle zufrieden sind – auch wenn alle Bäume und der Pranger stehen bleiben“, erklärt Renate Gruber. Bereitschaft zeigt sie dafür, dass die Baumkronen zurückgeschnitten beziehungsweise ausgelichtet werden können, um die Sicht auf das Portal des neuen Kauf-Z-Haus frei zu geben. Denn aktuell könnte man von der gegenüberliegenden Straßenseite der B25 keinen Schriftzug am Portal lesen.

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