Günstige Lage für Klimaforschungszentrum am Ötscher

Erstellt am 12. Mai 2022 | 07:26
Lesezeit: 3 Min
Die Machbarkeitsstudie für das geplante Klimaforschungszentrum am Ötscher wird bis Ende Juni erwartet.
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Auf Einladung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und des Naturparks Ötscher-Tormäuer trafen sich kürzlich 25 Vertreter namhafter österreichischer Forschungseinrichtungen zum Netzwerken auf der Hohen Warte und unterzeichneten Interessenbekundungen an einem Klimaforschungszentrum am Ötscher.

Der Berg ist als Forschungsraum für wissenschaftliche, transdisziplinäre Fragestellungen zu Klimaänderungen und ihrer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt prädestiniert.

Auf Initiative des Naturparks Ötscher-Tormäuer befasst sich ein Projektteam bestehend aus ZAMG, der Universität für Weiterbildung Krems und dem Planungsbüro Lacron aktuell damit, ein Forschungszentrum in der Ötscher-Region zu etablieren.

Ein wesentlicher Schritt im aktuellen Projekt ist es, Forschungseinrichtungen untereinander zu vernetzen: Um künftige gemeinsame Forschungsvorhaben in der Ötscher-Region ideal aufeinander abzustimmen, wird nun der Austausch über schon vorhandene Expertisen intensiviert. Zahlreiche Vertreter diverser Forschungszentren folgten der Einladung und fanden sich zu einem vormittäglichen Dialog und Kennenlernen auf der Hohen Warte ein.

„Die ZAMG sieht die Ötscher-Region als spannenden Forschungsraum, der die sehr wertvolle Chance bietet, das Klima, seine Änderungen und die Biodiversität in einer Art Freiluftlabor über mehrere Höhenstufen und gemeinsam mit anderen Fachdisziplinen zu erforschen“, betont Andreas Schaffhauser, provisorischer Leiter der ZAMG.

Während in hochalpinen Räumen schon lange zum Klimawandel geforscht wird, sind gerade die Lebens- und Wirtschaftsräume im Mittelgebirge noch weniger erforscht. Es gilt konkrete Lösungen für das Leben und Wirtschaften in dieser Höhenlage zu entwickeln – vor allem im Hinblick auf die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und des immanenten Biodiversitätsverlusts. Gelingen kann das durch enge Vernetzung von motivierten, regionalen Stakeholdern und mit lösungsorientierter Forschung. „Die Naturparkregion Ötscher-Tormäuer bietet den idealen Aktionsraum, Klimawandelanpassungslösungen zu erarbeiten, die auch für andere Regionen Relevanz haben können“, ist Florian Schublach, Projektleiter im Naturpark Ötscher-Tormäuer, in seinem Eingangsstatement bei der Vernetzungsveranstaltung überzeugt.

Ötscherbesteigung mit Jäger und Käfer

Die Machbarkeitsstudie für das geplante „Klimaforschungszentrum Ötscher - Klimawandel-Lösungen für den Alpinen Siedlungsraum“ wird bis Juni abgeschlossen sein.

Parallel dazu finden schon die ersten Umsetzungsschritte statt: Ein erstes Highlight ist eine botanisch-klimatologische Ötscherbesteigung mit dem Klimaexperten Andreas Jäger sowie Gärtnermeister und „Radio-Gärtner“ Johannes Käfer am 16. Juli.

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