Hobbykünstler Friedrich Teufel: Drechselkunst fürs Eis

In der Werkstatt von Friedrich Teufel in Gaming entstehen im Winter ganz besondere Sportgeräte.

Erstellt am 15. Januar 2022 | 06:32
Lesezeit: 2 Min

Die kalte Jahreszeit steht für Friedrich Teufel ganz im Zeichen des Handwerks. Seit knapp 30 Jahren verfolgt der pensionierte Maschinenschlosser im Winter ein ganz besonderes Hobby. „Durch meinen erlernten Beruf hatte ich schon immer eine Liebe zum Holz und Drechseln. Lediglich der Werkstoff hat sich geändert.“

Bei der Herstellung von Eisstöcken kommt eine Vielfalt an Materialien zum Einsatz. Holzarten wie Eiche, Rüster, Ahorn, Kirsche und Nuss bilden die unterschiedlichen Schichten des Werkstücks. „Aufgrund der Stabilität besteht der Stiel aus Eschenholz, denn dieses bricht nur sehr schwer. Für die Lauffläche eignet sich Birnenholz am besten“, erklärt Friedrich Teufel die Beschaffenheit der Eisstöcke. Seinen früheren Namen „Birnenstock“ erhielt das Sportgerät von eben jener Holzart. 

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Eisstockbauen ist für mich die perfekte Beschäftigung im Winter.“ Friedrich Teufel Eisstock-Bauer

Sowohl die einzigartige Maserung als auch die Zusammensetzung der verschiedenen Hölzer zu mehreren Schichten machen jeden Eisstock zu einem Unikat. „Die Fertigung eines Eisstocks dauert etwa drei Stunden. Um eine spezielle Musterung zu kreieren, ist der Zeitaufwand deutlich höher“, zeigt Friedrich Teufel den intensiven Arbeitsumfang bis zum fertigen Sportgerät auf. 

Die zahlreichen Arbeitsschritte der Produktion erledigt er in einer Werkstatt im Keller seines Hauses. Hier wird auch ein Teil des Holzmaterials gelagert, welches vor der Verarbeitung mindestens drei Jahre trocknen muss. Den Großteil des Holzes für seine Werkstücke findet der Handwerker bei der Verarbeitung von Brennholz. „Ich stelle selbst Brennholz her und sortiere schöne Stücke aus, um sie für meine Eisstöcke zu verwenden“, beschreibt Friedrich Teufel seine Vorgehensweise.

Sein wachsamer Blick auf die besonderen Holzmaserungen ermöglicht einzigartige Endergebnisse, welche er an Privatpersonen verkauft. Je nach den Wetterbedingungen im Winter variieren auch die Verkaufszahlen, wie der Handwerker aufzeigt: „Es kommt immer auf den Winter an, wie viele Stücke ich verkaufe. Wenn es nicht kalt ist, werden keine Eisstöcke gebraucht.“

Auch was einen guten Eisstock ausmacht, weiß der Hobbykünstler: „Der Stiel muss gut in der Hand liegen. Außerdem muss das Gewicht für den jeweiligen Schützen passen.“

„Früher habe ich selbst Eisstockschießen gespielt“, schwelgt Friedrich Teufel in Erinnerungen. „Heute erzeuge ich sie lieber.“