Gaminger Gärtner fertige wieder Riesen-Adventkranz an. Bereits zum 21. Mal fertigte Franz Lindlbauer den Adventkranz in Mariazell an.

Von Claudia Christ. Erstellt am 26. November 2020 (19:31)

Gekauft, oder selbst gebunden, ein Adventkranz ist immer etwas Besonderes und gehört einfach zur Adventzeit dazu. Ein ganz besonders Exemplar eines Kranzes ist auch heuer in Mariazell zu bewundern. Mit 12,5 Metern Durchmesser und einem Gewicht von 6,5 Tonnen im trockenen Zustand zählt der Adventkranz im steirischen Wallfahrtsort zu den größten weltweit.

Gebunden wurde er vom Gaminger Gärtnermeister Franz Lindlbauer, und das bereits zum 21. Mal. Rund zwei Wochen nehmen die Vorbereitungen in Anspruch. An vier Tagen der Vorwoche wurde der Riesen-Adventkranz dann aufgebaut. „Dabei werden acht Teile eines Eisengestells aneinander gebaut. Eine Person sitzt dabei im Inneren des Adventkranzes. Sie ist dafür zuständig, dass die an der Außenseite platzierten Tannenbüschel mit einem Haken im Inneren befestigt werden“, erklärt der Gärtner.

„Ursprünglich wollten wir einen Kranz mit fünf, sechs Metern Durchmesser. Doch dann hatten wir die Idee, es sollte der größte Adventkranz der Welt werden.“ Franz Lindlbauer

Bis zu 350 Bund Reisig zu je zehn Kilo lassen so nach und nach den einzigartigen Adventkranz mitten am Hauptplatz im Wallfahrtsort entstehen. Normalerweise sorgen 56 kleine Hütten geschmückt mit Girlanden rund um den Adventkranz für eine besondere Stimmung. „Das fehlt natürlich heuer gänzlich. Es war schon eine eigenartige Stimmung, als wir die vergangenen Tage dort gearbeitet haben“, sagt der 71-Jährige.

Die Idee zum Riesen-Adventkranz stammt von Lindlbauer selbst. Damals wurde von den Wirtschaftstreibenden im Ort überlegt, was man machen könnte, um den Advent vor der Basilika ganz besonders zu gestalten. „Ursprünglich dachten wir an einen Kranz mit fünf, sechs Metern Durchmesser. Doch dann hatten wir die Idee, es sollte der größte Adventkranz der Welt werden.“

Gemeinsam mit einem Statiker wurden danach ein Konzept erarbeitet und das Eisengerüst für den Kranz hergestellt. „Und seither mache ich das jedes Jahr, auch im Coronajahr“, sagt der ehemalige Unternehmer etwas wehmütig. Denn am 19. November hätte die Installation des Kranzes und gleichzeitig die Eröffnung des Mariazeller Advents stattfinden sollen. Doch daraus wurde coronabedingt leider nichts.

Bestaunt werden können dennoch die 24 Kerzen, die im Laufe der Adventzeit auf dem Kranz „entzunden“ werden. „Eine Besonderheit“, wie Lindlbauer betont. Denn nur dieser Adventkranz hat seines Wissens für jeden Tag bis zum Fest symbolisch eine Kerze. Drei davon sind lila und bekunden die Sonntage. Eine Kerze, ebenfalls in der liturgischen Farbe Rosa wird am dritten Sonntag im Advent erleuchtet.

Wie lange der langjährige Unternehmer seinen Riesen-Adventkranz noch binden wird, das kann er nicht sagen. „Schön wäre aber, wenn ich mein Wissen an eines meiner Enkelkinder weitergeben könnte und die Tradition so weiterleben würde,“ meint er. Fest steht für ihn aber schon jetzt: Wenn am Sonntag die erste Kerze am Adventkranz im Hause Lindlbauer entzündet wird, dann ist der nicht vom Meister selbst gebunden: „Den darf dann meine Frau machen“, sagt er scherzhaft.