Mit Wasserstoffwerk in die Zukunft. Worthington Cylinders will ab Herbst Produktion von Typ-IV-Composite- Behältern in neuer Produktionshalle starten.

Von Anna Faltner. Erstellt am 23. Juli 2020 (16:10)
NLK/Reinberger, Faltner

Rund zehn Millionen Euro investiert Worthington Cylinders in sein neues Composite-Werk. Ein Werk, dass die Kompetenzen von Worthington als Hersteller von nachhaltigen Tanksystemen einmal mehr unterstreicht und erweitert.

„Im neuen Werk produzieren wir sehr leichte und extrem druckresistente Kunststoffbehälter, die als Tanks für wasserstoff-betriebene Fahrzeuge, insbesondere in Bussen und LKWs, zum Einsatz kommen“, erklärt Geschäftsführer Timo Snoeren. Aktuell stellen die Stahlflaschen, die mit verschiedensten Hochdruck-Gasen befüllt werden können, die Kernkompetenz der Produktionsfirma dar.

Momentan gibt es drei verschiedene Produkttypen, die in Kienberg hergestellt werden. In der neuen Anlage werden Typ-IV-Composite-Behälter hergestellt. Typ-IV ist der Fachbegriff für sehr leichte Kunststoffbehälter mit Kohlefaserverstärkung, die hohen Drücken standhalten können. Damit nimmt Worthington den vordersten Platz unter den innovativsten Metallindustrie-Betrieben Niederösterreichs ein.

NLK/Reinberger, Faltner

Die ersten Gastankanlagen werden im ersten Quartal 2021 geliefert. Im August werden noch die Prüfungseinrichtungen auf dem 1.700 m² großen Areal des Wasserstoffwerks errichtet. Die Produktion soll dann im Herbst vollständig anlaufen.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf überzeugte sich kürzlich bei einem Besuch in Kienberg vom Fortschritt der Werkserrichtung: „Die Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm eine österreichweite Wasserstoffstrategie angekündigt. Damit soll Österreich zur Wasserstoffnation Nummer eins werden. Hier in Gaming kann man schon ein konkretes Projekt sehen. Worthington schafft ein neues Fertigungswerk für Wasserstoff-Tanks, um klimafreundliche Mobilität zu ermöglichen.“

Momentan beschäftigen sich die Mitarbeiter rund um Martin Emsenhuber, Projektleiter des Werkbaus und zukünftiger Produktionsleiter im neuen Composite-Werk, mit ersten Prototypen. „Wir produzieren hier nicht nur die Behälter, sondern auch die gesamte Gastankanlage. So bieten wir dem Kunden nicht nur einen Bestandteil, sondern eine fertige Lösung“, betont er.

Die Produktion der Typ-IV-Composite-Behälter erfordert modernste Technik, profundes Wissen und Genauigkeit. Es ist ein absolutes High-Tech-Produkt!“, schildert Emsenhuber. Hinter diesem Produktionsprozess stehen zehn Vollbeschäftigte sowie 30 Mitarbeiter, die erweiterte Kompetenzen besitzen und die Aktivitäten des Wasserstoffwerks mitverantworten.

Eines hat das gesamte Team in Österreich aber gemeinsam: Die Materie ist für alle neu. „Wir haben intensive Schulungen gemacht, aber wir wissen momentan noch nicht, wo die Reise tatsächlich hingeht“, sagt Emsenhuber. Die Gesamtverantwortung für das Projekt inklusive Produkt- und Prozessentwicklung trägt das Worthington-Ingenieurteam aus Deutschland.