Nachgefragt bei den Spitzenkandidaten: 15 Antworten.

Von Red. Erlauftal. Erstellt am 23. Januar 2020 (18:59)
Von links: Renate Gruber, Peter Bruckner und Karl Muckenhuber
SPÖ Gaming/Theo Kust/FPÖ

Drei Projekte, die Sie in den kommenden fünf Jahren umsetzen möchten?

Bürgermeisterin Renate Gruber: FF-Haus und Vereinshaus Lackenhof (Musik und Skiklub) mit Bauhof und Platzgestaltung, Badarena am Umberg mit gastronomischem Angebot, der Ausbau des Radwegenetzes

Peter Bruckner: Die Amtsstube als Servicestelle für alle Gemeindebürger gestalten. Politische Funktionen innehaben und gleichzeitig in einer beruflichen Abhängigkeit stehen – das ist für mich nicht vereinbar. Außerdem: Widmen von Bauland, Betreutes Wohnen, Sanierung der Finanzen, Lösung für das Bahnhofsgelände in Kienberg und Tourismus.

Karl Muckenhuber: Geplant ist die Errichtung eines Vereinshauses in Lackenhof sowie, mit Unterstützung des Landes, eines Beherbergungsbetriebes. Weiters wollen wir uns für die Errichtung einer Billa-Filiale in Gaming einsetzen. Denn ein zusätzliches Einkaufsgeschäft bedeutet mehr Arbeitsplätze und höhere Kommunaleinnahmen.

Gaming ist Abwanderungsgemeinde: Wo sollte hier vorrangig angesetzt werden?

Renate Gruber: Die Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden (Breitband, 5G, schnelles Internet) – auch für Homeoffice geeignet, öffentlicher Verkehr mit Schließung der letzten Kilometer – wichtig speziell für die Bevölkerung.

Peter Bruckner: Abwanderung passiert hauptsächlich im südlichen Teil der Gemeinde, und das hängt ursächlich mit Arbeitsplätzen, Schultransport und Nachmittagsbetreuung zusammen. Diese Dinge gilt es zu verbessern.

Karl Muckenhuber: Wir müssen die Gemeinde als Standort aufwerten. Etwa durch einen Fonds, der bei der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage mit 25 Prozent der Investitionskosten fördert und damit die Betriebskosten senkt.

Tourismus: Was braucht es, um die Gemeinde für Gäste noch attraktiver zu machen?

Renate Gruber: Gastronomische Angebote erweitern, mehr Beherbergungsbetriebe, Klimawandelforschungszentrum umsetzen und für die breite Öffentlichkeit zugänglich machen. Unsere intakte Natur spürbar machen und bewerben (wird aufgrund des Klimawandels immer wichtiger), ganzjähriges Tourismusangebot erhalten und forcieren.

Peter Bruckner: Das Hauptproblem ist ein fehlendes Hotel. Mehr Augenmerk sollte auf den Sommer bzw. auf ganzjährig nutzbare Möglichkeiten gelegt werden. Wir haben den Naturpark Österreichs, unzählige Wanderwege, die oft in einem schlechten Zustand sind und besser gepflegt werden müssen. Daneben haben wir viele Kulturdenkmäler. Das Angebot wird aber einfach zu wenig vermarktet.

Karl Muckenhuber: Es bedarf eines Beherbergungsbetriebes in Lackenhof, um auch Großveranstaltungen abhalten zu können – im Sommer und im Winter. Wir müssen das Ganzjahresangebot ausbauen. Etwa durch Errichtung einer Aussichtsplattform am Kirchstein in Gaming.

Wie kann der Schuldenstand von 9,2 Millionen Euro verringert werden?

Renate Gruber: Demgegenüber stehen 23 Millionen Euro an Vermögen, dringend notwendige Infrastrukturprojekte wurden und werden umgesetzt, um der Bevölkerung eine lebenswerte Gemeinde zu sichern. Die Schulden müssen wir natürlich im Auge behalten und es wird auch jährlich eine große Summe an Tilgungen vorgenommen.

Peter Bruckner: 1. Bessere Planung von Projekten, damit keine Kostenüberschreitungen. 2. Einnahmemöglichkeiten auch nutzen (z.B. Notars Büro steht jahrelang leer), das gleiche gilt für die ehemalige Trafik. 3. Keine Entscheidungen treffen, ohne davor die Folgen zu bedenken. z. B. die Schneeräumung in Lackenhof (Mehrkosten von 40.000 Euro weil nicht vorher gerechnet wurde).

Karl Muckenhuber: Wir müssen an vielen kleinen Stellschrauben drehen, auch in der Verwaltung. So sollte das Gemeindeamt selbst nach den optimalen und kostengünstigsten Versicherungen für die Gemeinde suchen, statt einen teuren Makler damit zu befassen. Auch die Erstellung der amtlichen Gemeindenachrichten sollte wieder in Eigenregie erfolgen.

Was ist in den vergangenen Jahren in der Gemeindearbeit gut gelungen?

Renate Gruber: Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wurden verbessert und erneuert. Zusammenarbeit mit den heimischen Betrieben, Ortsbildgestaltung (Friedhof, Kapelle, Kriegerdenkmal, Prangerplatz, E-Bike-Ladestation), Installierung der Photovoltaikanlagen, Sanierung des Kindergartens Kienberg, neue Computeranlage und WLAN in der NMS.

Peter Bruckner: Der Bau der Kläranlage in Lackenhof, das ASV Gebäude in Kienberg, die Sanierung diverser Straßen, der Erhalt des Schulstandorts der Landwirtschaftlichen Fachschule. Übrigens unterstützt durch eine Unterschriftenliste, die ich aufgelegt habe und mit über 4.000 Unterschriften an die zuständige Landesrätin übergeben habe.

Karl Muckenhuber: Wir leben in einer der schönsten und sichersten Regionen Niederösterreichs, wenn nicht Österreichs. Die Gemeindebürger sind engagiert, der Zusammenhalt funktioniert, und die Ötscherregion ist ein beliebtes Ausflugsziel – gerade in Zeiten der Abwanderung von unschätzbarem Wert.