Kartause Gaming lebt wieder auf. Dieser Sommer hätte laut Buchungen für die Kartause Gaming einen Rekord gebracht. Durch Corona sieht das anders aus.

Von Karin Katona. Erstellt am 26. Juni 2020 (04:31)
Kann wieder lachen: Birgit Rigler, Geschäftsführerin der Kartause Gaming, bleibt trotz vieler Absagen und großer Verluste positiv.Katona
Karin Katona

Wenn Geschäftsführerin Birgit Rigler an der Rezeption der Kartause Gaming sitzt, wirkt sie fröhlich und freundlich wie immer. Laut Buchungen für den Sommer hätte sie bis zum Beginn der Coronakrise auch Grund dazu gehabt: „Es war schon im Herbst absehbar, dass wir einen tollen Sommer zu erwarten haben.“ Stattdessen hagelte es Absagen: „Wir haben rund vierzig Veranstaltungen verloren.“

„Vom Trend zum Kurzurlaub können wir im Mostviertel profitieren. Aber alles hängt am Wetter.“Birgit Rigler, Geschäftsführerin der Kartause Gaming

Die erste Zeit nach der Coronakrise sei „sehr mager“ gewesen. Keine Veranstaltungen, weniger Sitzplätze, alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Mittlerweile, berichtet Birgit Rigler, gehe es, auch dank der Lockerungen der Coronamaßnahmen, wieder aufwärts. „Unter unseren Gästen sind viele Ausflügler, Wanderer und Radfahrer. Man merkt, die Menschen wollen hinaus.“

Das Geschäft sei dadurch aber auch extrem wetterabhängig: „Es hängt alles am Wetter. Das zeigt sich auch im Hotelbetrieb. Die Leute warten auf die Wetterprognose und buchen dann sehr kurzfristig.“

Der Österreich-Urlaub werde heuer für viele Österreicher ein Thema werden, sagt die Kartausen-Geschäftsführerin: „Es gibt schon seit Längerem einen Trend zum Tagestourismus und zum Kurzurlaub, von dem wir auch im Mostviertel profitieren können. Auch der Radtourismus bekommt immer stärkere Bedeutung, vor allem durch die E-Bikes, mit denen auch Senioren längere Touren machen.“

Zweckoptimismus: „Das Leben geht weiter“

Auch wenn der Hotelbetrieb in der Kartause langsam wieder anläuft, die internationalen Gäste, die einen großen Teil der Auslastung gebracht haben, werden erst frühestens im Herbst erwartet, zumal viele Veranstaltungen und Kulturevents abgesagt worden sind.

Und auch die Leitung der amerikanischen Universität Steubenville, Texas, die ihre Studenten für ein Auslandssemester nach Gaming schickt, könne noch keine Entscheidung treffen, wann wieder Reisen nach Österreich möglich seien. „Die Menschen sind schon positiver gestimmt, aber noch immer vorsichtig“, sagt Birgit Rigler.

Trotz allem bleibt Birgit Rigler positiv – Zweckoptimismus, wie sie sagt. „Natürlich müssen wir weiterhin aufeinander schauen, alle Bestimmungen einhalten. Aber es hat keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken. Das Leben geht weiter.“