Türen zu nach 100 Jahren beim Scheibbser Saffenwirt. Das Traditions-Wirtshaus „Saffenwirt“ sperrt nach 100 Jahren für immer seine Türen. Die Pandemie zwang Leonhard Hofmarcher zu diesem für ihn nicht leichten Schritt.

Von Claudia Christ. Erstellt am 02. Juni 2021 (14:11)

Es hat sich ausgezapft. Nach 100 Jahren endet in Saffen eine Wirtshaustradition. Inhaber Leonhard Hofmarcher hat sein Wirtshaus endgültig geschlossen. Die Pandemie hat den Wirt in die Knie gezwungen und wieder zum LKW-Fahrer werden lassen. „Es ist einfach finanziell nicht mehr gegangen“, bedauert Hofmarcher. Nach dem ersten Lockdown im Frühling des Vorjahres sperrte der Wirt nur mehr an den Wochenenden auf. „Als im vergangenen Herbst zum zweiten Mal alles zugesperrt werden musste, war für mich klar, dass es das Ende für den Betrieb bedeutet.“

1919 durch Urgroßvater eröffnet

Den Grundstein für das Wirtshaus hat sein Urgroßvater 1919 gelegt, als er es gekauft hat und daraus eine Gaststätte mit Tankstelle machte. Danach führten seine Tante und seine Mutter das Lokal. „Bis 2009. In diesem Jahr ist sie leider verstorben. Also habe ich mich entschlossen, es weiterzuführen“, erzählt der heute 48-Jährige, der damals seinen LKW-Job an den Nagel gehängt hat. Hofmarcher führte das Wirtshaus seither als Ein-mannbetrieb. Ausgekocht wurde nur auf Vorbestellung. Besonders beliebt war das Haus auch bei Kegelfreunden.

„Die trafen sich bei uns regelmäßig. Auch die Stammgäste fühlten sich in unserer Gaststube immer recht wohl. Ihnen möchte ich für die langjährige Treue danken“, sagt Hofmarcher und ergänzt: „Es tut einfach weh, wenn man nach so langer Zeit einen Generationenbetrieb aufgeben muss, doch allein mit dem Umsatz vom Ausschank kann ich nicht leben.“

Wie es weitergeht, ist noch offen

Wie es nun mit der Gaststätte weitergehen wird, steht noch in den Sternen. Ob Verkauf oder Pacht, für den Scheibbser ist alles eine denkbare Option. „Generell ist die Gaststätte in gutem Zustand, denn seit meiner Übernahme habe ich die Einrichtung, das Dach sowie die WC-Anlagen erneuert. Einzig bei der Küche müsste man etwas machen“, erklärt er. Einen Funken Hoffnung, dass es doch noch irgendwie für das Traditionshaus weitergehen kann, gibt es also noch, wenn sich ein geeigneter Nachfolger findet.