Wiener Wiesn: Fest kulinarisch in Reinsberger Händen. Zum siebenten Mal bewirtet der Reinsberger Ludwig Kleinlehner gemeinsam mit Thomas Schuller täglich über 10.000 Gäste auf der Wiener Wiesn: „Wir sind top aufgestellt.“

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. September 2017 (05:00)
Harald Klemm
Zum siebenten Mal ist die Wiener Wiesn für Eva-Maria und Ludwig Kleinlehner (links) sowie für Alexandra und Thomas Schuller für drei Wochen das „Wohnzimmer“.

Seit vergangenen Donnerstag trägt man im Wiener Prater wieder Tracht. Bis 8. Oktober geht am Festgelände beim Wiener Riesenrad zum siebenten Mal die Wiener Wiesn über die Bühne. Seit Beginn an mittendrin statt nur dabei: die Reinsberger Gastronomiefamilie Ludwig und Eva-Maria Kleinlehner.

Gemeinsam mit Geschäftspartner Thomas Schuller aus Weyer managt Kleinlehner mit seiner „Zum Ludwig GmbH“ mehr als zwei Drittel der Gastro-Einheiten am Gelände. „Wir haben 2011 mit 2.000 Sitzplätzen und drei Gastronomen begonnen. Heute gibt es nur mehr uns und die Genuss-Specht-Wirte aus Schladming, wobei wir von den insgesamt knapp 8.000 Sitzplätzen am Festgelände mit dem Gösser- und dem Wiesbauer-Zelt sowie der Penny-Ich bin Österreich-Alm rund 5.500 betreuen.

Nicht zu vergessen natürlich die Zum Ludwig Alm, wo nach der Wiesn von 22 Uhr bis 4 Uhr täglich die Post abgeht“, schildert Ludwig Kleinlehner.

Alles bis ins Detail durchgeplant

Angst vor dem „verflixten siebenten Jahr“ hat Kleinlehner nicht im Geringsten. Zu professionell ist man aufgestellt. „Wir haben auf der Wiesn sicher einen der höchsten Organisationsgrade in der österreichischen Gastronomie und sind da Vorreiter.

So arbeiten unsere Kellner mit einem elektronischen Notizblock, der am Kontrollplatz zu einem fixen Datensatz umgewandelt wird“, erklärt Kleinlehner. Geldautomaten und zwölf im Einsatz befindliche Beerjets mit einer Stundenleistung von je rund 1.500 Maß Bier tragen das ihre zum reibungslosen Festablauf bei.

Die rund 300 Mitarbeiter, die während der Wiesn-Zeit bei „Zum Ludwig“ beschäftigt sind, sind zu 70 Prozent Profis und meist schon „Stammpersonal“. „Auch die Mitarbeiter arbeiten gerne bei diesem Fest und bei uns. Zum einen ist der Verdienst gut und zum anderen stehen sie auch in der Auslage und können sich für andere Events empfehlen“, weiß Kleinlehner.

Harald Klemm
Schnitzel oder Grillhendl dürfen bei der Wiener Wiesn auf der Speisekarte natürlich auch nicht fehlen.

Verbessert ist bei der „Zum Ludwig“-Gastronomie heuer auch das Zeiterfassungssystem für die Mitarbeiter. Das geht vollautomatisch und ist mit Gebietskrankenkassa und Finanzamt genau abgesprochen. „Wir fahren hier eine pro aktiven Kurs, weil uns die Einhaltung der Spielregeln einfach auch ein Bedürfnis ist“, sagt Kleinlehner. Gleiches gilt für die Sicherheitsvorschriften, die heuer angesichts der zunehmenden Terrorgefahr am gesamten Festgelände erhöht worden sind. 40 Kameras, mehr Security und strikte Vorgaben sorgen dafür, dass die Gäste wirklich ungestört Party feiern können.

Die Wiener Wiesn ist für Ludwig Kleinlehner, der sonst vor allem auch mit dem Beerjet im Einsatz ist, das größte Gastro-Projekt des Jahres. „Für uns gilt: Nach der Wiesn ist vor der Wiesn. Wir sind praktisch das gesamte Jahr über am Organisieren, überlegen Prozessverbesserungen, gehen mit offenen Augen durch die Eventlandschaft und wollen so am Puls der Zeit bleiben“, sagt Kleinlehner und verweist auf die diesjährigen Neuerungen wie eine eigene „Gin Bar“, einen „Zum Ludwig Riesenburger“ oder die Scampi, die es heuer erstmals auf der Karte gibt.

Zum Start zwei Mal am Tag volle Zelte

Der Start der siebenten Wiener Wiesn ist jedenfalls für Ludwig und Eva-Maria Kleinlehner optimal verlaufen. „Wir waren an den ersten vier Tagen auch schon am Nachmittag immer fast voll, abends geht ohne Platzreservierung dann ohnehin nichts mehr.“ Für die perfekte Wiesn-Stimmung in den Zelten sorgen auch heuer wieder altbewährte Gruppen wie Die Edelseer, Junge Paldauer, Powerkryner, Meilenstein oder die Sumpfkröten. „Hier geht es weniger um prominente Namen als um wirkliche Stimmungsmacher. Gute Stimmung und Party pur sind angesagt auf der Wiener Wiesn“, verrät Ludwig Kleinlehner.

www.wienerwiesnfest.at