Ein riesiges Loch im Scheibbser Budget. Mit mindestens 750.000 Euro an Mindereinnahmen rechnet die Stadtgemeinde Scheibbs im heurigen Jahr. Daher fordert man einstimmig in einer Resolution, dass Bund und Land diese Mindereinnahmen auffangen. Der Anfangs der Woche von Bundeskanzler Sebastian Kurz präsentierte Rettungsschirm für die Gemeinden, der nur Investitionszuschüsse für cofinanzierte Projekte vorsieht, sei da nur eine kleine Hilfe.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. Mai 2020 (15:01)

"Wenn uns nicht anders geholfen wird, dann bleiben uns nur zwei Möglichkeiten, um liquid zu bleiben: Entweder mehr Schulden zu machen oder das Familiensilber der Gemeinde zu verscherbeln", formulierte es VP-Finanzreferent Vizebürgermeister Martin Luger am Dienstagabend in der Scheibbser Gemeinderatssitzung drastisch. 

Die Gemeindefinanzen waren auch das Hauptthema dieser Sitzung, die aufgrund der Coronamaßnahmen im kultur.portal Scheibbs stattfand. Erste Auswirkungen der Coronakrise und der finanziellen Folgen für die Gemeinden bekamen auch die Scheibbser Vereine zu spüren. Zahlreiche Förderansuchen wurden nach Rücksprache mit den Vereinen vermindert oder ganz zurückgezogen.

Aber es gab auch positive Berichte zu den Gemeindefinanzen. Der Rechnungsabschluss 2019 ergab ein leichtes Plus von über 8.000 Euro im ordentlichen Haushalt, das durch Auflösung der Rücklagen sogar noch um einiges "aufgefettet" wurde. Eine buchhalterische Maßnahme, die der neuen VRV2015 geschuldet ist. 

Positiv aufgefallen beim Rechnungsabschluss sind auch Mehreinnahmen bei den Eintrittsgeldern im Allwetterbad von 20.000 Euro, wovon 12.000 Euro echte Mehreinnahmen durch Kartenverkäufe ausmachen. "Die restlichen 8.000 Euro resultieren aus Buchungsfehler, die seit mehr als 15 Jahren mitgeschleppt wurden und jetzt im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen des Gemeindehaushaltes aufgefallen sind", erklärte Markus Klauser, Leiter der Buchhaltung, den Scheibbser Mandataren.

Nähere Details zum Stand der Scheibbser Gemeindefinanzen und die daraus resultierenden Beschlüsse des Gemeinderates lest ihr in der nächstwöchigen Erlauftaler NÖN, die am 3. Juni erscheint.