Wieselburg hat „die Taschen voller Geld“

Erstellt am 07. April 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
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Dort, wo bisher die Tenniswand stand, soll der neue 10 mal 20 Meter große Padel-Tenniscourt entstehen. Am 11. April ist Baustart. Bis Ende Mai soll alles fertig sein. TC-Obmann Helmut Brandl (links) und Hauptsponsorvertreter Josef Krawczikowski (Regionalleiter der Volksbank NÖ) freuen sich schon auf die ersten Matches.
Foto: Christian Eplinger
2,69 Millionen Euro an liquide Mittel bedeuten absoluten Rekordwert im Bezirk. Dennoch sind die Schulden gestiegen.
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Wenn man sich den Finanzhaushalt der Stadtgemeinde Wieselbug anschaut und diesen mit den übrigen Gemeinden im Bezirk vergleicht, dann sind das meist zwei verschiedene Welten. Nicht nur von den Summen insgesamt her, sondern auch von der Herangehensweise.

Die Stadtgemeinde Wieselburg weist im Rechnungsabschluss 2021 und beim Nettofinanzierungssaldo des Finanzierungshaushaltes jeweils ein negatives Ergebnis aus. Auch die Schulden sind 2021 um knapp eine halbe Million Euro gestiegen und betragen mittlerweile über 11 Millionen Euro.

Das beunruhigt zwar ÖVP-Gemeinderat Herbert Hauer, nicht aber SPÖ-Bürgermeister Josef Leitner. „Wir haben im Vorjahr unser Vermögen um eine Million Euro gesteigert, haben 70 Prozent Eigenkapitalquote bei unseren Investitionstätigkeiten und hätten eigentlich keine Schulden aufnehmen müssen, da wir über liquide Mittel von über 2,5 Millionen Euro verfügen. Aber bei der aktuellen Zinslage macht es Sinn, für manche Projekte Darlehen aufzunehmen. 2021 kamen bei uns 1,3 Millionen Euro neue Kredite für den Straßenbau, Hochwasserschutz, die Wasserversorgung und den Kanalbau hinzu. Um 400.000 Euro weniger als geplant. Schon das zeigt, dass wir gut unterwegs sind“, erklärt Leitner.

Nichtsdestotrotz will er weiter „vorsichtig agieren“, da man nie wissen könne, was die Zukunft bringt. Das hätten die vergangenen zwei Jahre gezeigt. Wieselburg sei etwa bei den Kommunalsteuereinnahmen mit 5,8 Millionen Euro aktuell wieder am Stand von 2019. 2020 waren diese auf 5,6 Millionen Euro zurückgegangen. „Wir haben damit quasi zwei Jahre Wachstum verloren“, sagt Leitner.

Wieselburg bekommt bis Ende Mai Padel-Tenniscourt

Nichtsdestotrotz kann sich Wieselburg auch neue Projekte leisten. Wie etwa die Unterstützung des Tennisclubs für einen Padel-Tenniscourt mit 25.000 Euro. Die Landgemeinde hat ebenfalls 10.000 Euro Zuschuss beschlossen. Die Gesamterrichtungskosten machen rund 100.000 Euro aus. Der neue Padel-Tenniscourt soll noch im Frühjahr direkt bei der Tennisanlage errichtet werden. „Padel-Tennis ist eine der aktuell boomenden Sportarten. Eigentlich wollten Private in Wieselburg einen Court errichten, aber das wollten wir uns als Tennisverein nicht nehmen lassen. Wir wollen hier keine Kommerzialisierung des Sports, sondern das Angebot auf Vereinsbasis allen Wieselburgerinnen und Wieselburgern, den Schulen, aber auch den Menschen aus der Region zugänglich machen“, sagt Helmut Brandl, ÖVP-Gemeinderat und Obmann des Tennisclubs Volksbank Wieselburg und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Ab Ende Mai will man in Wieselburg Padel-Tennis spielen.

Es wäre die zweite Padel-Tennisanlage im Bezirk. Der UTC Göstling hat 2018 die erste Anlage im Bezirk Scheibbs eröffnet. Auch in Ybbs ist aktuell gerade ein Padel-Tenniscourt in Bau. Die Eröffnung ist dort für 21./22. Mai geplant.

Apropos Ybbs: Da hat der Wieselburger Gemeinderat eine Kooperation der beiden Bäder beschlossen. Saison- beziehungsweise Jahreskartenbesitzer im Wieselburger Freibad oder Ybbser Hallenbad erhalten im Gegenzug auf die Jahres-/Saisonkarte des anderen Bades zehn Prozent Ermäßigung.

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