Ein Miteinander mit Nebengeräuschen in Puchenstuben. Helmut Emsenhuber (ÖVP) zum neuen Bürgermeister gewählt. Die Zahl der Ausschüsse auf drei reduziert. SPÖ/LUP hätte gerne weiter vier gehabt.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 26. Februar 2020 (05:32)
Der Gemeinderat der Marktgemeinde Puchenstuben, von links, vorne: Altersvorsitzender Gemeinderat Alois Rasch, geschäftsführender Gemeinderat Manuel Brandl, Vizebürgermeister Andreas Rasch, Bürgermeister Helmut Emsenhuber, geschäftsführender Gemeinderat Wolfgang Steindl sowie die Gemeinderäte Matthias Brandl, Anton Feistl, Sabine Hager-Mentil, Eva Derkits, Karl Hofegger und Ewald Aigner.
Christian Eplinger

Seit Donnerstagabend hat die kleinste Gemeinde des Bezirks wieder einen schwarzen Bürgermeister. Nachdem 20 Jahre lang die SPÖ/LUP in Puchenstuben regiert hatte, ist seit Freitag Helmut Emsenhuber von der ÖVP in Amt und Würden. Er wurde von acht der zwölf anwesenden Gemeinderäte gewählt. Vier Stimmzettel bei dieser geheimen Wahl blieben leer.

„Danke für die Vorschusslorbeeren. Ich freue mich auf das Amt. Die vergangene Wahl brachte es mit sich, dass es bei drei kandidierenden Parteien nur einen Gewinner gibt. Wir haben es dieses Mal geschafft, aber ich kenne auch die andere Seite, immerhin bin ich schon 20 Jahre im Gemeindevorstand tätig. Daher sind meine Hände weiterhin ausgestreckt“, betonte Emsenhuber unmittelbar nach seiner Wahl. Als vorrangige Ziele sieht er die Erhaltung der vorhandenen Infrastruktur und des aktiven Vereinslebens. „Die Zukunft für unsere Gemeinde wird nicht rosiger, nur weil der Bürgermeister jetzt ein Schwarzer ist. Es wird schwierig, aber gemeinsam können wir es schaffen“, ist Emsenhuber überzeugt.

Den Willen zur Zusammenarbeit versicherte ihm auch SPÖ/LUP-Fraktionsobmann Dominik Kogler, auch wenn seine Fraktion bei den folgenden Abstimmungen zum Vizebürgermeister beziehungsweise der Anzahl der Ausschüsse andere Vorschläge eingebracht hatte, als die ÖVP.

Vize: Fünf Stimmen für Kogler, Signal an Wähler

Vizebürgermeister wurde Andreas Rasch (ÖVP), der auch das Tourismus- und Wirtschaftsressort übernimmt. Er erhielt bei der Wahl sieben Stimmen, Dominik Kogler fünf. „Das war in erster Linie ein Signal an die Wähler, dass wir auch weiterhin Verantwortung übernehmen wollen und keinesfalls etwas gegen die Person Andreas Rasch. Andreas hat unser vollstes Vertrauen. Ihm ist unsere Unterstützung gewiss“, betonte der Puchenstubner Kurzzeitbürgermeister Dominik Kogler gegenüber der NÖN.

Kogler wird den Sozial- und Bildungsausschuss übernehmen. Ein relativ großes Ressort, weshalb sich die SPÖ auch weiterhin vier statt drei Ausschüsse gewünscht hätte – vor allem, wo der Gemeindevorstand weiter aus vier Mitgliedern (zwei ÖVP, zwei SPÖ/LUP) besteht. Bei der Anzahl der Ausschüsse setzte sich aber die ÖVP mit sieben zu fünf Stimmen durch. So bleiben Manuel Brandl und Wolfgang Steindl ohne eigenen Ausschuss. Denn den Bau- und Infrastrukturausschuss übernimmt VP-Gemeinderat Alois Rasch, der als Altersvorsitzender auch die Bürgermeisterwahl geleitet hatte.